Hoher Besuch am Samstag, 19. September, um 17 Uhr im Ökumenischen Zentrum Klein Berkel: Das 50-jährige Bestehen wird dann dort feierlich mit Landesbischof Ralf Meister und Dechant i.R. Norbert Hübner begangen.
Von den ersten Planungen bis zur Einweihung im Jahr 1976 gingen fast acht Jahre ins Land. Daraus entstanden ist ein Gebäudekomplex, der die Idee der Ökumene auch architektonisch verdeutlicht. Denn durch ein gemeinsames Dach sind das evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Haus und die katholische St.-Vizelin-Kirche verbunden. „Unsere Zusammenarbeit reicht weit über besondere Anlässe hinaus“, betont Marlies Viering. Sie engagiert sich für die Verbindung von Anfang an und war Mitglied des Pfarrgemeinderates.
Evangelische und katholische Christen sitzen zusammen in Planungsgremien, bereiten Gottesdienste vor und engagieren sich in denselben Gruppen. Anteil am Leben der anderen Gemeinde nimmt man auch bei Erstkommunionen und Konfirmationen. Aus der anfänglichen Neugierde auf den jeweils anderen ist im Laufe der Jahre für viele Gemeindemitglieder Normalität geworden. Für die evangelisch-lutherische Kirchenvorständin Michaela Kersten-Klocke besteht die Besonderheit der Zusammenarbeit darin, dass sich beide Konfessionen einen Kirchenraum teilen.
Das sieht Pater Jojo Thomas von der katholischen Seite genauso. Er stammt aus dem südindischen Bundesstaat Kerala. In seiner Heimat ist Ökumene alles andere als alltäglich. Es gibt aber auch Einschränkungen in der Zusammenarbeit. So ist bis heute keine gemeinsame Feier von Eucharistie und Abendmahl möglich. Das Verbindende zwischen dem evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Haus und der katholischen St.-Vizelin-Kirche überwiegt aber bei weitem. Übrigens: In der Landeskirche Hannover gibt es zwei weitere ökumenische Zentren: St. Maximilian Kolbe in Mühlenberg, einem Stadtteil von Hannover - und St. Stephanus in Lüneburg. Red.