Hameln. Wieder mal nur gute Nachrichten gibt es von edelKreis, dem Concept-Store in der Emmernstraße 18 mit dem Motto Sinn.voller.Genuss. Hochwertige gespendete Waren aus zweiter Hand werden hier weiterverkauft. Mit den Gewinnen wird Menschen in prekären Situationen unter die Arme gegriffen. Weiter fließen diese Gelder diakonischen und kirchlichen Einrichtungen zu. Der September war mit 22.200 Euro Umsatz 2025 der beste Monat. Insgesamt lag der Jahresumsatz bei 200.000 Euro. 110.000 Euro davon sind Erträge und werden ausgeschüttet. 100.000 Euro fließen der Diakonie zu. Über die Zuwendung der weiteren zehn Prozent entscheiden die ehrenamtlichen Mitarbeitenden von edelKreis.
2025 lag der Umsatz vor Vorjahresniveau. 2020 ging es los mit 127.000 Euro. 2021 gab es mit 101.000 Euro eine coronabedingte Delle. Diese war 2022 mit 140.000 Euro schnell Schnee von gestern. 2023 glänzte dann mit 161.000 Euro, die wiederum vom Jahresergebnis 2024 übertroffen werden. Das macht eine satte jährliche Steigerung von rund 20 Prozent aus. „Die Entwicklung geht steil bergauf. die Monate am Jahresende sind unsere beste Zeit“, freut sich Michael Jungnitz, Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH. Dabei muss von dem Geld einiges bezahlt werden: Die Miete in der Hamelner 1a-Lage und der edelKreis-Franchisegeber Hannover – er erhält 1,5 Prozent vom Umsatz. Dafür gibt es keine Personalkosten: 72 Menschen engagieren sich ehrenamtlich Woche für Woche bei edelKreis in verschiedenen Teams.
„Unsere Währung für die Ehrenamtlichen heißt Wertschätzung“, betont Jan Sören Damköhler, Vertreter im edelKreis Gesellschafter-Ausschuss. „Wir tragen dazu bei, dass Klima und Schöpfung bewahrt bleiben und Menschen in Not geholfen wird. Das ist eine wichtige Motivation unserer Mitarbeitenden“, sagt Damköhler, der auch Diakoniebeauftragter im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont ist. „Wir garantieren Spendern, dass ihre Sachen – so weit möglich – nicht weggeworfen werden. Mode preloved: So gut – wie neu, nachhaltig und edel“, heißt unser Slogan.
Die Teams im Store reichen vom Deko-, über das Verkaufs- bis zum Warenvorbereitungsteam. Letzteres prüft Kleidung, Schmuck, Schuhe und Bücher auf ihren Zustand und übergibt weiter an das Preisfindungsteam. Dieses recherchiert den Neupreis der Waren und zeichnet sie mit rund 20 Prozent davon aus. Die Höchstpreise liegen meist um die 100 Euro. „Wenn bei uns etwas abgegeben wird, sollte es hochwertig sein“, betont Michael Jungnitz.
Nicht alle gespendeten Kleidungsstücke können im Ladengeschäft verkauft werden. „Es macht Sinn, gute Dinge wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Wie, das wird mit den Spendern besprochen. Wir nehmen aber keine Waren aus dem Billigsortiment an, weil dafür auch Menschen ausgebeutet werden. Dazu haben wir 50 Marken identifiziert, die wir nicht annehmen“, betont Jan Sören Damköhler. Auch Touristen finden den Weg in den Conceptstore. „Viele Stammkunden kommen regelmäßig vorbei, weil wir ständig neue Sachen haben. Manches kommt morgens in den Laden und ist bereits mittags verkauft“, freut sich Geschäftsführer Jungnitz.
Die 100.000 Euro kommen diakonischen Projekten im Kirchenkreis zu. Die Mitarbeitenden haben entschieden, mit insgesamt 10.000 Euro die folgenden Projekte zu fördern:
- 4000 Euro gehen an das Frauenhaus Hameln zur Mitfinanzierung eines Mutter-Kind-Urlaubs auf Norderney.
- 1600 Euro fließen der Brücke Hameln zu. Sie kümmert sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen.
- 1000 Euro kommen der Gedenkstätte Bückeberg zu für eine Schülerbildungsfahrt nach Bergen-Belsen und Moringen.
- 1000 Euro erhält AkKi – Aktion Kinderhilfe Hameln für das Turnklub Hameln Projekt „Spielerischer Sportunterricht für Kitakinder“. Weitere 300 Euro fließen in die allgemeine AkKi-Arbeit.
- 500 Euro gehen als Anschubfinanzierung an das Café Kinderwagen, das in Bad Münder entsteht.
- 500 Euro erhält der Naturschutzbund Hohenrode für seine Arbeit.
- 400 Euro erhalten die Grünen Damen im Sana Klinikum. Das Geld wird für Menschen eingesetzt, die keine Unterwäsche oder Hygienemittel haben.
- 400 Euro bekommt der Hospizverein Hameln.
- 300 Euro fließen der Tafel in Hameln zu.
„Kirche und Diakonie übernehmen mit diesen Spenden gesellschaftliche Verantwortung. Die von uns geförderten Initiativen sind nicht ausfinanziert und deshalb auf Fördergelder angewiesen“, betont Jan Sören Damköhler, Diakoniebeauftragter im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont.
edelKreis – das steht hinter der Idee
Die Idee ist bestechend: Für 20 Prozent des Neupreises ein Schnäppchen machen und gleichzeitig etwas Gutes tun. Der Store in Hameln wird von der edelKreis Hameln-Pyrmont gGmbH geführt. Einziger Gesellschafter ist der Ev.-luth. Kirchenkreis Hameln-Pyrmont.
edelKreis erschließt dauerhaft und verlässlich zusätzliche Finanzierungsquellen für diakonische und kirchliche Aufgaben, die dauerhafte Unterstützung benötigen.
Die edelKreis-Concept-Stores stehen in Trägerschaft diakonischer und kirchlicher Einrichtungen. Ausschließlich gespendete Waren werden verkauft.
Was nicht im Laden verkauft wird, geht an Partner, die hierfür gewonnen wurden. Dazu zählen unter anderem in Hameln der Zweite Markt, das Mütterzentrum, die Obdachlosenhilfe sowie die Kleidersammlung Bethel.
Das gesamte Team von aktuell 72 Mitarbeitenden in Hameln arbeitet rein ehrenamtlich. Nach Abzug der Kosten gehen alle Gewinne zu 100 Prozent in lokale diakonische und kirchliche Projekte. Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zählen zu den Grundsätzen der gemeinnützigen Gesellschaft.
edelKreis gibt es in Großburgwedel, Hannover, Hameln und Osnabrück und in Kürze auch in Celle. Der Concept-Store in der Rattenfängerstadt ist derzeit der erfolgreichste.
Die edelKreis-Idee basiert auf fünf Säulen:
- Wohltätigkeit: Finanzmittel generieren
- Nachhaltigkeit: Second Hand statt Fast Fashion
- Mission: Präsenz an außerkirchlichen Orten
- Bildung: Verantwortliches Konsumieren
- Freiwilligen-Management: Begeisterung ersetzt finanzielle Anreize
edelKreis lenkt ausschließlich privates Geld in soziale Projekte. Weder werden öffentlichen Gelder akquiriert noch eingesetzt. Mehr unter www.edelKreis.de