Mit 24 Kitas ist der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont der größte Kitaträger im Landkreis. Rund 1.800 Kinder werden von 370 Mitarbeitenden betreut, darunter 32 Männer. Etwa einmal im Jahr gibt es einen Verbandsgottesdienst zum Mitmachen. Ein besonderer Moment darin ist ein persönlicher Segen als Stärkung auf dem Weg. Dieses Mal traf man sich am 11. März in Hameln in der Kirche zum Heiligen Kreuz. Viele kamen, um gemeinsam nach Gott im Alltag zu suchen. Vorbereitet hatten den Gottesdienst Sophie-Marie Kabuß – sie ist zuständig für die religionspädagogische Arbeit in den Kitas – und Superintendent Dr. Stephan Vasel. Der hielt nicht nur die Predigt, sondern kümmerte sich auch zusammen mit Daniela Kaspari um die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes mit der Gitarre.
Ulrike Heinrichs, pädagogische Leitung des Kitaverbands, sprach ein Grußwort zum Gottesdienstmotto. „Ich finde Gott in den Kitas, wenn ihr spirituelle Momente in den Tagesablauf einbindet wie ein kurzes Gebet. Die Kinder in ihrer Entwicklung begleitet, sie wachsen lasst. Biblische Geschichten in den Alltag einbindet und damit verbunden die Achtsamkeit für unsere Erde in den Blick nehmt. Kindern und Eltern aufmerksam zuhört und sie ernst nehmt“, sagte sie unter anderem. Sophie Marie-Kabuß präsentierte Symbole wie ein Pflaster, eine Brotdose, eine Taschenlampe und Duplo-Bausteine von Lego und stellte dazu immer wieder dieselben Fragen: „Ist Gott wie ein Pflaster? Ist er Nahrung wie in einer Brotdose? Ist er ein Licht?“
Stephan Vasel gab in seiner Predigt die Antworten zu den entsprechenden Bezügen in der Bibel. „Wenn wir Pflaster als Symbol für Trost oder das Pflegen von Wunden nehmen, sind wir nah dran an dem, was Jesus will. Das Wort Brotdose gab es vor 2000 Jahren ebenfalls noch nicht. Aber es gibt eine ganze Reihe von Geschichten, wo Jesus mit vielen Menschen isst – und alle werden satt.“ Zwar habe es in der Bibel kein Gerät wie eine Taschenlampe gegeben, wohl aber Öllampen. Und Geschichten, die am Feuer spielten. Und starke Bilder dazu. „Jesus sagt zum Beispiel: Ich bin das Licht der Welt (Joh 8,12). Und in der Bergpredigt lädt er ein, dass wir ihn darin unterstützen: Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14). Beim Baustein könne man symbolisch und kindgerecht, wenn auch nicht wörtlich, an Gott als Schöpfer der Welt anknüpfen. „Wir dürfen mit Bildern, Symbolen und Begriffen von Gott sprechen, die heute in unserem Alltag vorkommen. Um an Gott zu glauben, muss man nicht immer gedanklich in eine Zeit eintreten, in der es weder Autos noch Kühlschränke noch Playmobil noch die moderne Medizin gab“, erläuterte der Superintendent.
Das passe alles gut zu Jesus, der oft Bilder aus dem Alltag seiner Zeit aufgenommen habe.
„Er sagte, mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Senfkorn. Oder wie mit einem Schatz, der in einem Acker verborgen liegt. Mit Gott ist es wie mit einem Hirten, der 100 Schafe hat und sich jedes sorgt und kümmert. Oder wie mit einem Vater, der sich freut, wenn sein Sohn zurückkehrt, von dem er zuvor glaubte, er habe sich im Leben verirrt. Oder mit den Dingen, die gesagt werden. Manches Wort fällt auf felsigen Grund, anderes unter Dornen und wird erstickt, manches aber auch auf guten Boden, wo es sich gut entwickelt, wächst und Früchte trägt“, führte Vasel aus.
Die Teilnehmenden des Gottesdienstes probierten sich zusätzlich beim Aufeinandersetzen von Lego Duplo-Steinen aus. Einige Türme erreichten beachtliche Höhen, während andere schnell wieder in sich zusammenfielen. „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu: Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns“, hieß es einem der Gottesdienstlieder. Davon nahmen viele etwas mit – und von dem Segen, den der Superintendent ihnen zum Abschluss schenkte. Harald Langguth