Endlich hat er wieder seinen Platz auf der 6,20 Meter hohen Turmbekrönung des Münsters gefunden – der kleine vergoldete Stern. Am vergangenen Freitag, 10. April, hievten ihn Mitarbeiter der Firmen Metallwerkstatt Siebert aus Pattensen und Wolter-Holzbau aus Hessisch-Oldendorf mit einem Kran zusammen mit der Bekrönung wieder auf die Spitze des romanischen Westturms. 40.000 Euro hatte die Restaurierung gekostet. Diese waren in einer beispiellosen Spendenaktion innerhalb von nur sechs Wochen zusammengekommen.
„Ein Stern für Hameln kehrt zurück“ – so lautete das Motto der kirchlichen Aktion. Der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont feierte die gelungene Aktion mit einem Fest zur erneuten Turmbekrönung. „Das Münster als Geburtsstätte Hamelns war immer eine Herzensangelegenheit der Stadt. Wir sind ein Wegbegleiter“, sagt Oberbürgermeister Claudio Griese zum Turmbekrönungsfest. „Unser kleiner Stern ist ein Zeichen des lebendigen Glaubens in unserer Stadt“, betont Heike Köhler, Pastorin der Stadtkirchengemeinde. Sie würdigt die Leistung der Handwerker bei der monatelangen Restaurierung der Turmbekrönung, dankt dem Förderverein und begrüßt im Namen des Kirchenvorstands alle Förderer des Projekts. Dabei blickt sie im Münster in viele glückliche Gesichter.
An der gut 400 Kilogramm schweren Turmspitze wurde viel repariert, das Kupfer gereinigt und alles auf acht Quadratmetern mit Blattgold verschönert. Eine integrierte Zeitkapsel berichtet kommenden Generationen vom Leben der heutigen Zeit. DeWezet-Chefredakteur Thomas Thimm packt die Ausgabe vom 13. März 2026 hinein. Auch ein Brief einer Schülerin der Elisabeth-Selbert-Schule über die schöne schulische Gemeinschaft in der Lehranstalt findet seinen Platz in der Zeitkapsel. Beim Öffnen der alten Zeitkapsel waren eine Berichterstattung über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und ein Bericht von 1966 in der DeWeZet über eine Sängerin im Münster-Chor zum Vorschein gekommen.
Voll des Lobes über die gelungene Spendenaktion ist auch Superintendent Dr. Stephan Vasel: „Das ist ein ganz großartiges Projekt. Beeindruckend in welcher Geschwindigkeit hier etwas gelungen ist“. Die Weichen dafür habe man gemeinsam mit der Stadt gestellt. Ihm gebe es ein gutes Gefühl, dass hier viele Menschen etwas Gutes bewirkten.
Antje Wehrmann, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Münsters, erinnert daran, wie die Spendenaktion begann: „Das Projekt stand von Anfang an unter einem guten Stern. Alles begann mit der 1000 Euro Kollekte für das Konzert zur deutschen Einheit am 3. Oktober im Münster.“ Superintendent und Oberbürgermeister waren sich schnell einig, die Kollekte für die Sanierung der Turmbekrönung einzusetzen. 1.200 Euro folgten durch die Kollekte bei der Hubertusmesse im Münster. „Anfang November nach der Pressekonferenz und der Berichterstattung in der DeWeZet kam die erste 5.000 Euro Spende“, erinnert sich Wehrmann. Und dann sei es Schlag auf Schlag gegangen. „Innerhalb von sechs Wochen hatten wir die 40.000 Euro zusammen – einfach nur berührend, wie viele Menschen sich für das Münster einsetzen“, freut sich die Vorsitzende des Fördervereins. Sie dankt den rund 200 Spendern und besonders Pastor Christoph Herbold für seine Fundraising-Expertise.
Zum Gratulieren schaut auch der katholische Dechant Stefan Uchtmann vorbei. „Das Münster – ein Ort der Ruhe und des Innehaltens. Und das unter einem guten Stern ökumenischer Verbundenheit“, sagt er. Harald Langguth