Am Ostermontag, 6. April, wurde Benjamin Westerkamp zum neuen Pastor in den Kirchengemeinden Martin Luther und Holtensen ordiniert. Die Ordination nahm Regionalbischof im Ruhestand Dr. Hans Christian Brandy in der Martin-Luther-Kirche vor. Den feierlichen Gottesdienst umrahmten musikalisch die Klingelbeutelband sowie der Posaunenchor und der Martin-Luther-Chor. Grußworte sprachen Susette Engel, Kirchenvorstand St. Aegidien, Isolde Kirchberg, Kirchenvorstand an der Hameln, sowie Hagen Langosch, Bürgermeister Stadt Hameln, und Bettina Schultze, Bürgermeisterin Sünteltal. Begrüßt und willkommen geheißen wurde Benjamin Westerkamp von Pastorin Gabriele Mitschke, Martin-Luther-Gemeinde, und von Dr. Stephan Vasel, Superintendent für den Kirchenkreis Hameln-Pyrmont.
In seiner Predigt nahm Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy Bezug auf das von Benjamin Westerkamp ausgewählte Wort und Bekenntnis Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.
Westerkamps kirchlicher Weg begann im Rheinland. Aufgewachsen in der Stadt Hürth bei Köln hatte er durch seine Familie Kontakt mit Glauben und Kirche. In der Jugend gab es eine atheistische Phase, in der er sich auch erstmal nicht konfirmieren ließ. Erst später dachte er vertieft über Gott und die Welt nach und fand dabei zum Glauben zurück. Nach dem Abitur entschied sich der junge Mann für das Theologiestudium, ging nach Münster und erlernte mit Freude die alten Sprachen. Ein Gemeindepraktikum in Düsseldorf ließ ihn erstmals den Beruf des Pastors näher erkunden. In Wuppertal absolvierte er den zweiten Teil des Studiums absolviert und legte das I. Examen ab.
Zum Vikariat ging es nach Mühlheim an der Ruhr und ins Seminar für pastorale Ausbildung in Wuppertal. Für den Wechsel in die hannoversche Landeskirche entschied sich der angehende Pastor aus drei Gründen: wegen der schönen Landschaft im Weserbergland, um der Landeskirche willen und aus familiären Gründen. Im März zog er mit seiner Frau ins Pfarrhaus ein.
„Für Sie ist Ihr Schritt, Pastor zu werden, eine sehr grundsätzliche, eine sehr existentielle Form von Dank. Sie wollen durch Ihren Beruf als Pastor Dank leben, wollen durch Ihr Wirken mit den Menschen etwas vom Dank und vom Lob Gottes zum Ausdruck bringen und weitergeben. Das Bekenntnis „Du bist mein Gott“ – ist Ihr Bekenntnis“, betonte Brandy.
Gott zu danken tue gut. Das sei nachweisbar, denn es erhöhe messbar die innere Widerstandskraft in Krisen, die Resilienz. In den USA habe man eine psychologische Studie mit zwei Gruppen gemacht. Acht Wochen lange sollte eine Gruppe täglich aufschreiben, wofür sie dankbar war. Eine andere Gruppe sollte aufschreiben, was schlecht gelaufen war.
Dabei kam heraus: Die Mitglieder der dankbaren Gruppe waren deutlich optimistischer, sie waren vitaler und empfanden mehr Lebensfreude. Und es ging ihnen gesundheitlich besser, sie hatten weniger Bauch und Kopfschmerzen, weniger Muskelverspannungen. Ein Leben in Dankbarkeit tut also gut und ist gesund. „Wer dankbar lebt, hat mehr Power und mehr Optimismus. Das heißt ganz praktisch: Es ist eine gute Übung jeden Abend vor Gott zu bedenken, wofür ich danke“, berichtete der Regionalbischof i.R. Er schloss seine Predigt mit dem Satz: „Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Westerkamp, dass in Ihrem Dienst als Pastor immer wieder durchscheint, dass er vom Dank und vom Lob Gottes geprägt ist.“ Harald Langguth