KV

Aus dem Rheinland ins Weserbergland: Benjamin Westerkamp ist in seiner Familie der erste Pastor

Pressemitteilung Hameln, 25. März 2026
Benjamin Westerkamp wird am 6. April in der Martin-Luther-Kirche von Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy als Pastor ordiniert. Foto: Gunnar Müller

Hameln. Ab April ist er der neue Pastor in der Martin-Luther-Kirchengemeinde und in Holtensen. Am Ostermontag, 6. April um 15 Uhr, wird er in der Martin-Luther-Kirche, Schillerstraße 19, von Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy ordiniert. Benjamin Westerkamp (30) ist in seiner Familie der erste Pastor. Dabei hatte er sich noch mit 13 Jahren geweigert, sich zum Konfirmandenunterricht anzumelden. Die Konfirmation holte er dann mit 18 nach und begann nach der Schule ein Theologiestudium in Münster. Im vergangenen Jahrzehnt lebte Westerkamp in Großstädten wie Münster, Wuppertal und Mülheim an der Ruhr. Damit er in Hameln gut durchstarten kann, hat er am Ende seines Vikariats noch schnell seinen Führerschein gemacht.

„Bei der Überlegung nach einem Beruf war ich zu dem Schluss gekommen, dass ich gerne etwas machen möchte, was mir das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun, das auch anderen Menschen hilft. Da ich kurz zuvor meinen Glauben wiedergefunden hatte, schien mir der Pastorenberuf dazu gut zu passen. Im Studium habe ich dann unter anderem durch ein Praktikum in Düsseldorf schnell festgestellt, dass ich die Theologie und den Pfarrberuf wirklich spannend finde“, berichtet der neue Pastor.  Ermutigt und geprägt hat ihn dabei die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Dazu zählen seine Frau Katja, die ebenfalls Theologie studiert, sein Vikariats-Mentor sowie seine Kolleginnen und Kollegen im Seminar für Pastorale Ausbildung in Wuppertal und die dortigen Dozierenden. „Diese Erfahrungen christlicher Gebets-, Dienst- und Lebensgemeinschaft haben mich sehr berührt und geben mir Mut für die Zukunft“, sagt Westerkamp.

In seinem Vikariat hat ihm vor allem die Arbeit mit Kindern viel Freude bereitet. Sein Mentor nahm ihn mit in einen Kindergarten. „Dadurch habe ich gelernt, wie viel Spaß es macht, auf kreative und spielerische Weise mit Kindern Bibelgeschichten zu erforschen. Für Kinderaugen ist vieles spannend, wo die Erwachsenenaugen einfach drüber huschen. Ich glaube, ich habe das Jesuswort aus Matthäus 18,3 - „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ - dadurch besser verstanden“, erläutert der 30-jährige.  

Für die Arbeit in seinen Gemeinden hat sich der neue Pastor vorgenommen, das einzubringen, was er an der Uni, im Predigerseminar und im Vikariat gelernt hat. „Ich möchte mit den anderen Gliedern der Gemeinde gut zusammenarbeiten und trotz all‘ der Schwierigkeiten unserer Zeit den Blick für die Hoffnung, das Schöne und Ermutigende bewahren. Ich wünsche mir, dass Zeit und Energie da sind, um auch nach Wachstumspotenzialen Ausschau zu halten. Hierfür ist es meiner Meinung nach wichtig genau zu schauen, was wir als christliche Kirche den Menschen bieten können, unser Profil zu schärfen und die Frohe Botschaft in Klarheit und Offenheit weiterzuerzählen“, bekräftigt der neue Seelsorger.

Gemeinschaft bedeutet ihm eine Menge. „In unserer krisengeschüttelten Welt und Kirche kann vieles kraftraubend sein. Dabei gilt es sich klarzumachen, dass man nicht alleine ist. Kein Mensch ist eine Insel. Nur in der Gemeinschaft können die großen und die kleinen Dinge des Lebens angegangen und bewältigt werden. Die Seelsorge hat für ihn eine große Bedeutung. Auf sie trifft in besonderer Weise zu, dass sie Kraftort in unserer herausfordernden Welt sein kann. Im Beruf des Pastors erfüllen mich die seelsorglichen Aufgaben mit großer Ehrfurcht. Hier merke ich den Vertrauensvorschuss, den Pastoren genießen, wenn andere Menschen wissen: Mit dem Pastor darf ich, wenn ich möchte, über alles vertraulich reden“, betont Benjamin Westerkamp. Eine weitere zentrale Aufgabe der Kirche ist für ihn die Verkündigung: „Mich beschäftigt dabei besonders, wie Predigten heute so gestaltet werden können, dass sie für die Hörenden spannend und interessant sind und das Reden dabei gleichzeitig gottverkündigend, evangelisierend bleibt.“

Am Weserbergland reizt ihn die Schönheit der Gegend – der Weserradweg, die vielen Naturschutzgebiete. „Ich freue mich darauf, in meiner Freizeit die Natur in und um Hameln zu erkunden und in Gottes Schöpfung Kraft zu tanken. Ich bin auch sehr gespannt auf Hameln. Bisher wusste ich recht wenig über die Stadt, abgesehen von der Rattenfängersage“, berichtet Westerkamp. Zu seinen Hobbies: Der neue Pastor liest gerne Fantasy, macht Sport, hat ein Interesse für die griechische Antike und Ameisen und spielt Mittelerde Tabletop. Das macht man mit Figuren, quasi modernen Zinnsoldaten, die man selbst bemalt: nur eben als Orks, Elben oder Menschen aus Tolkiens Welt. Man merkt: Benjamin Westerkamp ist in mehreren Welten zu Hause. Harald Langguth