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Synode beschließt einstimmig von sechs auf zwei Regionen

Pressemitteilung Hameln, 09. April 2026

Kirchenkreis Hameln-Pyrmont stellt sich neu auf

Freiherr Dietrich von Hake (l.) und Superintendent Dr. Stephan Vasel vor der Karte mit den neuen Regionen Nord und Süd. Foto: Harald Langguth

Hameln. In seiner gestrigen Sitzung hat die Synode des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont einstimmig eine Neuordnung des Kirchenkreises beschlossen. Künftig gibt es statt sechs nur noch zwei Regionen – Nord und Süd. Die neuen Regionen dienen ab sofort der Stellenplanung und der regionalen Zusammenarbeit der diesen Regionen zugeordneten hauptamtlichen Mitarbeitenden. Bei dem Beschluss mit 47 Stimmen gab es weder Gegenstimmen noch Enthaltungen.

Hintergrund: Die Zahl der Menschen, die sich taufen lässt, wird immer weniger. Dazu kommen deutlich mehr Kirchenaustritte als Kircheneintritte. Zudem nimmt die Zahl derer dramatisch ab, die sich für den Verkündigungsdienst als Pastor oder Pastorin, als Diakon oder Diakonin ausbilden lassen.
2.300 Gemeindemitglieder sind das Maß für eine Planstelle. Bliebe man bei den bisherigen sechs Regionen im Kirchenkreis, hätte man pro Region weniger als drei Planstellen. Sie sind damit unterfunktional. Ist eine im Urlaub, einer krank und eine Stelle vakant, steht niemand mehr für Seelsorge zur Verfügung. Deshalb haben mehrere Gremien im Kirchenkreis und am 8. April die Kirchenkreissynode entschieden, dass aus den bisher sechs Regionen im Kirchenkreis zwei werden sollen – Nord und Süd.

Zukunft der Kirche

Wie sieht die Zukunft der Kirche aus? „Absehbar ist: Wir werden das kirchliche Leben in größeren Räumen gestalten müssen. Die Zahl der Kirchenkreise wird kleiner werden und damit die Flächen größer, die wir zum Beispiel als Kirchenkreissynode, Kirchenamt oder Superintendent im Blick haben müssen. Es wird vermutlich nicht reichen, die Kirchenkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden-Bodenwerder stärker aufeinander zu beziehen, die derzeit im Kirchenamt Hameln verbunden sind. Vermutlich braucht man auf Dauer eher drei oder vier Kirchenkreise für ein Kirchenamt. Und wenn wir in diesen großen Räumen nicht sehr viel Zeit mit Fahrten verbringen wollen, brauchen wir in der kirchlichen Verwaltung und Binnenorganisation einen deutlichen Digitalisierungsschub“, betont Superintendent Dr. Stephan Vasel.

Neue Räume im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont

Ein Anfang sind die neuen Räume. Der Kirchenkreis hat über Jahrzehnte Erfahrungen damit gesammelt, in sechs Regionen zu arbeiten. „In der gestrigen Synode haben wir einen Wechsel von sechs auf zwei Regionen beschlossen. Der Kirchenkreis macht damit einen großen Schritt. Er geht nicht von sechs auf vier oder drei Regionen, sondern auf zwei.

Hiermit ist die Idee verbunden, eine Weile eine stabile Struktur zu haben, die nicht zu schnell wieder angefasst werden muss“, sagt Freiherr Dietrich von Hake, Vorsitzender der Synode. Die Kirchenkreiskonferenz hat sich dafür ausgesprochen, in zwei Geschwindigkeiten vorzugehen. Zum einen eine schnelle Klärung, welche Grenzen die neuen Räume haben sollen. Zum anderen gilt es langsam, in Ruhe und mit Zeit, all‘ die Fragen zu beantworten, wie in den neuen Räumen gearbeitet und das Glaubensleben gestaltet werden soll: In der Gemeinschaft von Haupt- und Ehrenamt, die für die evangelische Kirche in besonderer Weise prägend ist.

Als einen ersten Schritt wird sich die Kirchenkreiskonferenz am 21. April mit aktuellen regionalen Modellen für den Konfirmandenunterricht befassen. Für den 21. Mai ist eine Busreise in die neue Region Süd geplant. Am 5. Juni gibt es eine Busreise in die Region Nord. „Wir gehen davon aus, dass es viel zu entdecken gibt und die gemeinsame Erkundung des Raums, in dem wir demnächst stärker gemeinsam zuständig sind, inspirierend sein wird. Ab Juni werden wir uns dann mit der Frage befassen, was es bedeutet, in Teams zu arbeiten“, erklärt Stephan Vasel.

Bei rund 30 Prozent Mitgliederschwund in zehn Jahren wird sich die evangelische Landeskirche vermutlich in nicht allzu weiter Zukunft bei einer ganzen Reihe von Themen, die sich jetzt noch auf der Ebene der Ortsgemeinde abspielen, auf regional stärker vernetzte Ideen kommen, weil sonst an vielen Orten sowohl das Geld wie die Menschen knapp werden. Dies betrifft sowohl die Haupt- als auch die ehrenamtliche Schiene. „Es gab bereits Strukturveränderungen, die wir gut managen konnten. In Hameln haben die Marktkirche und das Münster eine Fusion vollzogen. Die neue Kirchengemeinde heißt jetzt Stadtkirchengemeinde. Und die Kirchengemeinden Martin Luther und Holtensen haben ein verbundenes Pfarramt gebildet“, berichtet Freiherr von Hake.

In Bad Pyrmont wird Gemeinde bereits als Raum verstanden

Ein weiteres schönes Beispiel gibt es in Bad Pyrmont. Dort wird gerade ausprobiert, was vielfach kirchlich diskutiert wird. Aufgehoben ist zum Beispiel die Idee, eine Gemeinde in Pfarr- oder Seelsorgebezirke einzuteilen, in der eine Pfarrperson für alles zuständig ist. Stattdessen wird die Gemeinde als ein Raum verstanden, in dem arbeitsteilig geregelt ist, wer wofür zuständig ist. Dies im Team, zu dem im hauptamtlichen Bereich unter anderem zwei Pastorinnen, eine Diakonin und eine Gemeindemanagerin tätig sind. Da steckt mehr drin, als vielleicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.

„Wir sind es seit Jahrhunderten gewohnt, Pfarrpersonen in räumlicher Zuständigkeit zu sehen. Das ist in etwa so wie bei Förstern. Es gibt ein Revier, ein Gebiet, einen Raum, wo eine klare Zuständigkeit besteht. Dieses Modell hat große Vorteile. Man weiß, wer zuständig ist. Und wenn es mal Phasen gibt, wo nicht alle Stellen besetzt werden, dann ist die Pfarrperson für zwei oder drei Reviere zuständig. Man könnte aber auch Teams bilden und die Themen aufteilen. In Bad Pyrmont kann man sich anschauen, was sich dadurch verändert. Und wir alle haben den Vorteil, dass wir Erfahrungen mit dieser veränderten Herangehensweise in der Nachbarschaft haben und davon einiges auf den Kirchenkreis Hameln-Pyrmont übertragen können“, weiß Superintendent Vasel. Harald Langguth