KV

Diakonie ist eine Haltung, die jeden Menschen als von Gott geliebt ansieht

Nachricht Hameln, 23. März 2026

Einführung von Jan Sören Damköhler als Diakoniepastor

Beifall für Jan Sören Damköhler (l.) als neuen Diakoniepastor. Foto: Harald Langguth

In einem Gottesdienst am 17. März wurde Pastor Jan Sören Damköhler von Superintendent Dr. Stephan Vasel in der Krypta des Münsters in seinen neuen Wirkungskreis als Diakoniepastor eingeführt. Damköhler bleibt mit 75 Prozent Pastor in den Kirchengemeinden Tündern, Hämelschenburg und Afferde. An der Einführung von Jan Sören Damköhler mit Segenssprüchen beteiligten sich auch Stefan Krüger, Kirchenvorstand in Tündern, Katrin Schoppe-Holzapfel als Diakonievorstand, Michael Jungnitz als Geschäftsführer des Konzeptstores edelkreis und Dr. Hans-Detlev von Stietencron als Kirchenvorstand in Hämelschenburg und Vorsitzender des Finanz- und Stellenplanausschusses im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont. Popkantor Marco Knichala sorgte für die musikalische Untermalung in der vollbesetzten Krypta.

„Wir freuen uns sehr über diese Besetzung, auch wenn sie nur eine Viertelstelle umfasst. Jan Sören Damköhler hat sich in den Jahren, in denen er hier im Kirchenkreis lebt und arbeitet, einen sehr guten Ruf erarbeitet: Als Gemeindepastor in der Region V. Als Vikarsleiter. Als einer meiner Stellvertreter. Als engagierter Kirchenvertreter, der an vielen Gestaltungsprozessen beteiligt ist. Als jemand, der sagt: Ich bin auch bereit, mich auf Neues einzulassen. Und ich trage gerne dazu bei“, betonte der Superintendent in seiner Predigt.

Kirche und Diakonie, Glauben und tätige Nächstenliebe gehörten zusammen, auch wenn sie zuweilen unterschiedlich organisiert seien. „Es ist tatsächlich Kirche, wenn wir diakonisch tätig sind. Was wir in diesem Bereich tun, kann sich durchaus sehen lassen. Diakonie – das ist hier im Kirchenkreis die Bahnhofsmission. Diakonie, das ist die Lebens-, Familien- und Paarberatungsstelle, eine Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, Schwangerschaftskonfliktberatung, Schuldnerberatung, aber auch Projekte wie die Vesperkirche oder der sehr erfolgreiche Konzeptstore „edelkreis“, der Gelder erwirtschaftet, mit denen wiederum diakonische Projekte möglich sind“, sagte Stephan Vasel weiter.  

Diakonie, das sind im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont eine ganze Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit Menschen in Kontakt sind, die Beratung, Hilfe, Unterstützung benötigen. Zur Diakonie gehört auch ein Vorstand, der aus der Verwaltungsleitung Katrin Schoppe-Holzapfel, dem Superintendenten und dem Diakoniepastor besteht.

„Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Der Römerbrief, dem dieser Satz entnommen ist, entstand später als die Korintherbriefe. Er setzt all die beschriebenen Gefährdungserfahrungen voraus. Paulus weiß, wovon er spricht. Keine Macht dieser Welt, „weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur“ – was immer auch kommt: Wenn es schwierig wird im Leben, dann trennt mich das nicht von der Liebe Gottes“, erläuterte der Superintendent. Die Würde des Menschen sei unantastbar, weil Gott den Menschen liebe. Jeden Menschen unabhängig davon, was auch immer ihm widerfahren sein mag.

„So kann man sagen: Diakonie ist eine sichtbare Form der Gottesliebe. Sie speist sich aus dem Glauben, dass die Liebe Gottes unzerstörbar ist. Diese Liebe kennt keine Grenzen. Kein sozialer Status bestimmt den Wert des Menschen, jeder Mensch ist von Gott geliebt. Diakonie ist – so betrachtet – zuerst einmal eine Haltung. Es ist eine Haltung, die den Menschen als von Gott geliebt ansieht und schaut, was ihm hilft“, führte Vasel weiter aus.

Der frisch in sein neues Amt eingeführte Pastor Damköhler nahm als Basis seiner Predigt den Song „SOS“ von der schwedischen Popgruppe Abba. „Abba singen von Liebe, von Beziehung, von gemeinsamer Zeit und, dass es im Leben etwas geben kann, das uns trennt… Nichts, gar nichts in der ganzen Schöpfung kann uns trennen von der Liebe Gottes. Ob Krankheit, Armut oder Alter – Wut, Traurigkeit, Sehnsucht und Macht. Kein Zustand mindert den Wert eines Menschen vor Gott. Das zeigt eine Kirche, die diakonisch tätig ist“, führte Jan Sören Damköhler aus.

SOS – das sei ein Signal, das gesendet werde, wenn Menschen an ihre Grenzen stießen. Diakonie sei ein Teil der Antwort auf all das Trennende. Auf Momente, in denen SOS überhört werde, wenn im Großen und vor allem im Kleinen die Welt zusammenbreche.

„In der Diakonie kann uns nichts trennen von der Liebe Gottes. Weder in der Beratung, bei edelkreis, in der Sozialarbeit, in der Prävention… Wir sind noch nicht im Himmel, ganz sicher nicht. Aber die Diakonie beginnt an der Brücke zu bauen, die verbindet“, betonte der neue Diakoniepastor in seiner Predigt. Harald Langguth