Superintendent Dr. Stephan Vasel: Für eine Freiheit, die Vielfalt bejaht
Ein Anschlag auf ein Fest des Lebens. Traurig blicken wir auf die Opfer in Berlin. Wir tun das hier in Hameln. Mitten in der Stadt. Auf der Hochzeitshausterrasse.
Terror will Angst verbreiten. Daher ist die wohl wichtigste Botschaft: Wir machen da nicht mit. Wir lassen uns nicht von Angst leiten. Wir hören nicht auf, uns im öffentlichen Raum frei zu bewegen. Und wir hören nicht auf, sichtbar für die Inhalte einzustehen, die so grausam angegriffen wurden.
Der Christopher Street Day steht für einen Lernprozess der Gesellschaft. Er steht auch für einen Lernprozess der Kirchen. In Hameln haben wir gute Erfahrungen damit, den CSD mit einem Gottesdienst zu verbinden. Kürzlich haben wir ein Segensfest gefeiert. Unterschiedliche Paare stellten ihre Liebe unter Gottes Segen.
Terror ist leider keine neue Erfahrung. Daran erinnern uns die Betonpoller, die unser Zusammensein heute hier schützen. Neu ist leider auch nicht, dass die offene Gesellschaft Feinde hat. Sie zu verteidigen braucht Besonnenheit, Mut und einen langen Atem. Dazu gehört auch, dass Hass nicht mit Gegenhass beantwortet wird.
Was können wir tun? Dass wir hier sind, ist ein wichtiger Schritt. Genau hier an einem Ort, der wichtig ist für die offene Gesellschaft, für die Freiheit, für die Vielfalt, für Begegnung, oft für Lebensfreude und heute für gemeinsame Trauer, Wut, Erschütterung. Ein Ort auch für die Sammlung von Mut, für Solidarität, für die Verständigung, was uns als Gesellschaft gemeinsam wichtig ist und wofür wir erkennbar zusammen einstehen wollen: Eine Freiheit, die Vielfalt bejaht.
Superintendent Dr. Stephan Vasel