Aerzen. Am Samstag, 10. Januar, wurde Giulia Nehls von Superintendent Dr. Stephan Vasel offiziell in einem Gottesdienst in der Marienkirche eingesegnet. Für die abwechslungsreiche Begleitung sorgte die Klingelbeutelband. Der musikalische Bogen spannte sich von „Eingeladen zum Fest des Glaubens“, „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“, „Stern über Bethlehem“ zu „Komm, Heil’ger Geist mit Deiner Kraft“ bis zu „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“, „My Lighthouse“ und „Keinen Tag soll es geben“.
Neben vielen Pastorinnen und Pastoren aus dem Kirchenkreis nahmen auch Wegbegleiter und die Familie von Giulia Nehls an dem Einsegnungs-Gottesdienst teil. Aktuell unterrichtet sie Konfirmandinnen und Konfirmanden in Aerzen, in der Kirchengemeinde an der Hamel und in Martin Luther. Sie ist im Kindergottesdienst zu erleben und in KiTa-Andachten. Sie trifft sich mit Jugendlichen, hilft bei der Vorbereitung von Freizeiten, wirkt bei Konfirmationsgottesdiensten und Familiengottesdiensten mit. Möglich ist dies durch die Kombination eines Gemeinde- und eines Springeranteils. Superintendent Dr. Stephan Vasel: „Oft gibt es in Kirchenkreisen einen Springerdienst, um verlässliche Beerdigungen auch bei Vakanzen, Krankheit oder anderen Notlagen zu gewährleisten. Mit einer Diakonin als Teil des Springerteams sorgen wir dafür, dass Kinder und Jugendliche im Blick sind und dass es zum Beispiel mit dem Konfirmandenunterricht kontinuierlich gut weitergeht, auch wenn Pfarrstellen nicht besetzt sind.“
In seiner Ansprache zur Einsegnung betonte Stephan Vasel, dass zurzeit relativ viele junge Menschen im Kirchenkreis arbeiteten: „Es gibt relativ viele Niedergangs-Narrative über die Kirche. Wer am Anfang seines Berufslebens steht, hat aber in der Regel eine Idee davon, dass es eine Zukunft gibt, in der es sich lohnt und für die es sich lohnt zu arbeiten.“
Giulia Nehls ist in Sarstedt aufgewachsen, wo sie 2019 ihr Abitur machte. Sie schreibt sich G-i-u-l-i-a was daran liegt, dass ihre Eltern Italienliebhaber sind. Nehls Wurzeln liegen in der evangelischen Jugend. Sie ist Teamerin in der Konfirmandenarbeit, arbeitete beim Krippenspiel und Gottesdiensten für Kinder und Erwachsene mit. Während ihres Studiums der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit in Hannover macht sie kirchliche und kommunale Praktika. Das Berufsanerkennungsjahr absolvierte sie bei Silvia Büthe im Kirchenkreisjugenddienst. So fand sie ihren Weg nach Hameln.
Als Bibeltext suchte sich Giulia Nehls einen Vers aus, der viel Sicherheit ausstrahlt: Aus 2. Sam 22: „Gott ist meine starke Burg und macht meinen Weg eben und frei.“ Darin offenbarten sich für die junge Diakonin Bedingungslosigkeit, Beständigkeit und ein Blick in die Zukunft, hob Vasel in seiner Predigt hervor: „Das hat das Potenzial, zum Motto zu werden am besonderen Tag der Einsegnung.“
Pastor Christof Vetter sprach in seinen biblischen Gedanken über die Erosion demokratischer Selbstverständlichkeiten und führte die Drei Weisen aus dem Morgenland als Vorbilder an: „Sie verweigern die Komplizenschaft mit der Macht.“ Macht, die auf die Angst anderer setze, schaffe keine Zukunft, hob Vetter hervor. „Die Menschen, die dem Kind in der Krippe nachfolgen, kommen nicht in Angst, sondern in Hoffnung.“ Beides sei ansteckend. Hoffnung spende starke Bilder und sorge für konkreten Aktionen - vor allem bei Hoffnungsmenschen, zu denen der Pastor auch Giulia Nehls zählt. Harald Langguth