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Erster CSD-Gottesdienst in der Marktkirche setzt Zeichen der Liebe und Vielfalt

Nachricht Hameln, 29. Juni 2025
Laut, vielfältig und lebendig war es beim ersten CSD-Gottesdienst in der Marktkirche. Foto: Gerda Schmalkuche

Am Samstag, 21. Juni, öffnete die Marktkirche Hameln ihre Türen für einen besonderen Gottesdienst: Zum ersten Mal wurde dort im Rahmen des Christopher Street Day ein Gottesdienst gefeiert – und er berührte, bewegte und bestärkte die rund 150 Besucher und Besucherinnen auf ganz besondere Weise.

Unter dem Motto „Möge die Liebe mit euch sein“ versammelten sich Menschen aus der queeren Community, Unterstützer, Familien und Freundinnen, um gemeinsam zu beten, zu lachen, zu weinen – und die Liebe in all‘ ihren Farben zu feiern.

„Endlich darf es hier in der Kirche laut, vielfältig und lebendig sein“, brachte es eine Besucherin auf den Punkt. Die Marktkirche war liebevoll geschmückt: Regenbogenfahnen wehten, bunte Blumen zierten den Altar, Lichterketten funkelten – und mitten in dieser Atmosphäre wurde ein Raum geschaffen, in dem jeder so willkommen war, wie er oder sie ist.

Musikalisch sorgten Marco Knichala, David Thomas und Corinna Fiedler für Gänsehautmomente. Mit ihrer mitreißenden und zugleich einfühlsamen Musik verwandelten sie die Marktkirche in einen Ort voller Klang, Emotion und Energie. Von „Regenbogenfarben“ bis „I Am What I Am“ reichten die Lieder – sie ließen viele Tränen fließen, aber auch befreites Lachen hören.

Die Anspiele und Gedanken, die im Gottesdienst auf die Bühne gebracht wurden, stammten vom Jugendkonventsvorstand der Evangelischen Jugend – authentisch, kreativ und mit viel Herz umgesetzt. Besonders das Stück zum „Liebesgrundeinkommen“ regte zum Schmunzeln, Innehalten und Nachdenken an.

Silvia Büthe und Stadtkirchen-Pastorin Heike Köhler, zwei der Mitwirkenden, waren noch immer bewegt, als der letzte Segen gesprochen war. „Es war wie eine kleine Befreiungsbewegung inmitten alter Mauern“, sagte Büthe. „Ich gehe fest davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren den CSD in Hameln immer mit einem solchen Gottesdienst willkommen heißen werden.“

Besonders der abschließende „Sticker-Segen“ brachte viele zum Lächeln. Die Teilnehmenden klebten sich gegenseitig kleine Aufkleber mit den Worten „Glaube“, „Liebe“ oder „Hoffnung“ auf die Arme – verbunden mit persönlichen Segensworten: „Möge die Liebe dich schützen und mit dir sein.“

Was bleibt von diesem ersten CSD-Gottesdienst in Hameln? Ein starkes Signal: Kirche kann Schutzraum sein. Ein Ort, an dem Menschen in ihrer ganzen Vielfalt gesehen, gehört und gesegnet werden. Ein Ort, an dem niemand erklären muss, wen er liebt oder wie er lebt.

Am Ende tanzten viele zu „Dancing Queen“, sangen, lachten und hielten sich im Arm. Über allem schwebte der Regenbogen – Symbol für die Zusage: Möge die Liebe mit euch sein. Silvia Büthe