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300 Schüler feiern Anne-Frank-Tag 2025 im Kino

Nachricht Hameln, 20. Juni 2025
Mitglieder der Gruppe "Beyond Hameln", die auf Papphockern acht Workshops durchführen. Diese bilden eine gedankliche Linie von Hameln nach Auschwitz und Krakau. Foto: Michael Frey

Am 12. Juni versammeln sich 300 Schüler und Schülerinnen der Elisabeth-Selbert-Schule und von Impuls im CineMotion-Kino am Hamelner Bahnhof. Sie feiern den Anne-Frank-Tag der Stadt Hameln unter dem Motto: “Erinnern und Engagieren digital“. 730 teilnehmende Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet widmen diesen Tag dem Erinnern.

„Dank Oberbürgermeister Griese und der Kulturbeauftragten Corinna Wörner ist dieser Feiertag seit vier Jahren fest installiert. Von Anfang an sind wir als Elisabeth-Selbert-Schule mit dem Evangelischen Berufsschulpfarramt Hameln-Pyrmont dabei“, berichtet Berufsschuldiakon Michael Frey.

Um 9.20 Uhr strömen die Schüler hinein und orientieren sich im sorgfältig aufgebauten Foyer des Kinos. Auf der Empore und im Saal können das Anne-Frank-Haus in Amsterdam mit Hilfe von VR-Brillen begangen werden. Dafür gibt es vom Team der Volkshochschule extra vorbereitete Areale. Eine Postkartenaktion, geleitet durch den Regenbogen, eine Plakatausstellung über Anne Frank, angeboten durch das Kulturbüro der Stadt Hameln, ein großer Workshop über den Bückeberg "Gemeinschaft damals und heute…“ mit Bückeberg-Geschäftsführer Jan Waitzmann finden in Kino 1 statt. Überall verteilt findet man die Gruppe „Beyond Hameln“. Sie führt auf Papphockern acht Workshops durch, die eine gedankliche Linie von Hameln nach Auschwitz und Krakau ziehen.

Im Kino läuft der Film „The Zone of Interest“. Als dieser endet, leiten Kathrin Federholzner und Nele Wissel in Kino 2 sowie Sarah und Greta Hülsemann in Kino 1 - alle von der Elisabeth-Selbert-Schule - das Nachgespräch. Und da wird die Irritation darüber deutlich, dass dieser Film für die Zuschauer unerwartet ist: Er zeigt das Alltagsleben der Familie Höss. Rudolf Höss bewohnte als Lagerleiter von Auschwitz direkt an der KZ-Mauer eine Villa mit idyllischem Garten. Im Hintergrund zu hören sind die Geräusche der Morde an den Juden, die Hochleistungskrematorien, die Schläge und Demütigungen, die die KZ-Insassen erleiden. So baut sich bei den „Heile-Welt-Bildern“ eine Spannung auf, die für manche kaum wahrnehmbar ist - bei anderen für Verspannungen und Herzklopfen sorgt.

Alle Workshops und inhaltlichen Ideen sind auf Initiative der beteiligten Gruppen entstanden. Corinna Wörner und Michael Frey hatten die Ursprungsidee. Herr Sefeke vom Kino hat das Ganze dann in Richtung Erinnerungsstätte Bückeberg, Medienzentrale des Landkreises und Volkshochschule Hameln-Pyrmont weitergespielt. „Ideen - sowie die Organisation der eigenen Angebote kamen dann von dort. 1000 Dank an alle Beteiligten!“ freut sich Michael Frey. Red.