Heike Claus-Römer und Gudrun Brückner-Krebbel, zwei renommierte Hamelner Künstlerinnen, zeigten bis Sonntag, 7. September, ihre Arbeiten im Bürgerhus an der Kupferschmiedestraße 13. Bei einem Schulterblick gewährten die Künstlerinnen an zwei Sonntagen einen Einblick in ihre Arbeiten. Dazu verlegten sie ihr Atelier ins Bürgerhus. Die beiden Künstlerinnen in einer Ausstellung erleben kann man auch vom 26. bis 28. September in der Zehntscheune in Hämelschenburg. Dort findet die Gemeinschaftsausstellung der Hamelner Künstlervereinigung Artes Wesera statt. Bei der Vernissage am 26. September ab 19.30 Uhr gibt es eine Überraschung: Besucher können Elemente des Bürgerhus Hameln auswählen und auf Stoff fixieren, so dass das Bürgerhus aus Stoff entsteht.
„Malen ist für mich so notwendig wie Atmen“, sagt Heike Claus-Römer. Bei ihren Arbeiten legt sie ihren Schwerpunkt auf den durch die Pop-Art beeinflussten Fotorealismus. Ihre halb abstrakten Werke bewahren trotz ihrer Bearbeitung eindeutig identifizierbare Objekte oder Szenen. Aber auch Öl- und Aquarellmalerei zählt zu ihren Kernkompetenzen. Durch ihre Leidenschaft für die Malerei absolvierte die Künstlerin erfolgreich ein Studium für Kommunikationsgestaltung. Als Motive bevorzugt sie detailreiche Objekte und Szenen aus dem Alltag wie Haribos, Blau- oder Himbeeren, Macarons und Eisbecher, bei denen sie mit Licht und Schatten spielt. Heike Claus-Römer ist Mitglied bei Artes Wesera – der Interessengemeinschaft Kunstschaffender im Weserbergland.
Das verbindet sie mit Gudrun Brückner-Krebbel, der zweiten ausstellenden Künstlerin. Den Christen im Kirchenkreis bekannt ist sie als Interpretin der aktuellen Jahreslosung „Prüft alles und behaltet das Gute“. In Brückner-Krebbels Arbeiten spielt das Gestalten von Textil-Landschaften eine große Rolle. Sie färbt ihre Stoffe wie Leinen, Seide und Baumwollsatin selbst ein. So kann die Künstlerin Farbverläufe einarbeiten, die man bei industriell gefärbten Stoffen nicht findet. Außerdem nutzt sie mixed media wie Tüll und Papier, um das gleiche Thema ganz unterschiedlich zu gestalten. Von weitem sehen ihre Bilder wie gemalt aus. Erst aus der Nähe lässt sich ein Webstil erkennen. Dazu setzt Brückner-Krebbel ihre Nähmaschine ein. Fixiert wird der Stoff durch das Einbügeln auf einer Klebefolie. Quiltnähte setzen zusätzliche Akzente.
Bei den Ausstellungsbesuchern kommen die Arbeiten offenbar gut an: An vielen Werken der Künstlerinnen kleben kleine rote Punkte - das steht für „verkauft“. Harald Langguth