Hameln. Am 12. Dezember verabschiedeten das Sana Klinikum und der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont die Diakonin und Seelsorgerin Birgit Hodemann in den Ruhestand.
Superintendent Dr. Stephan Vasel entband sie im Rahmen eines Gottesdienstes im Raum der Stille von ihren Pflichten als Seelsorgerin.
„Man sagt ja, Engel tragen kein Namensschild. Ihr Wirken bei uns war wirkungsvoll – wie ein stilles, warmes Licht“, sagte Matthias Dürkopp, Geschäftsführer des Sana-Klinikums, zu Birgit Hodemann beim Empfang im Blauen Salon des Krankenhauses. Er lobte ihre Fähigkeit, Menschen so zu begegnen, wie sie sind. „Für uns vereinten Sie kirchliche Gelassenheit mit klinischer Alltagstauglichkeit. Sie waren eine Notfallseelsorge ohne Alarmknopf. Nähe, Mitgefühl, echte Zuwendung sind heilsam – unabhängig von der Diagnose. Danke für Ihren Dienst am Menschen – Sie werden uns fehlen“, betonte Dürkopp.
Heiner Ruschulte, Chefarzt der Anästhesie im Sana Klinikum, dankte Birgit Hodemann im Namen des Ärztlichen Dienstes dafür, dass sie die Wiederaufnahme der Palliativversorgung mit angeschoben habe. Der katholische Dechant Stefan Uchtmann überreichte der Diakonin ein Licht in einer Tüte. Mit Blumen und dem Satz „Vergiss‘ uns nicht und lass‘ es ordentlich krachen“ bedankten sich die Grünen Damen.
„Vom Leben und vom Glauben in Bildern zu sprechen – das war mein Weg“, unterstrich Birgit Hodemann in ihrer Dankesrede. „In Krankheit, in seelischen Nöten, beim Sterben brauchen wir den anderen Menschen. Eine, die uns ermutigt, einen der an der Seite bleibt, eine die zuhört oder einen, der nicht schnell urteilt. Einfach da sein – simpel und kostbar. Menschlich und doch professionell. So habe ich Seelsorge verstanden und gelebt.“
Gemeinsam mit Pastorin Birgit Schulz gestaltete Birgit Hodemann den Raum der Stille im Sana Klinikum für Gottesdienste, Trauungen und Ruhebedürftige. Auch die würdevolle Bestattung der Sternenkinder – früh im Mutterleib verstorbene Föten – organisierte sie zusammen mit Birgit Schulz auf dem Friedhof Wehl. „Ich hatte die Gelegenheit teilzunehmen. Es ist sehr berührend, wie hier Würde in ein absolut trauriges Geschehen eingetragen wird, indem Sie Formen und Rituale anbieten, die Menschen ein Stück der Last abnehmen“, lobte Superintendent Dr. Stephan Vasel die aus dem Amt Scheidende später im Gottesdienst im Raum der Stille.
„Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und der Wahrheit“, zitierte Vasel aus dem Johannesevangelium (1. Joh 3,18). Dieser Bibeltext begleitet Birgit Hodemann seit ihrer Konfirmation als roter Faden der inneren Ausrichtung und Berufung. „Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Er ist auch wichtig für die eigene innere Aufstellung für den sehr anspruchsvollen Beruf einer Klinikseelsorgerin. Wenn ich selber keine Zuversicht habe, dann bin ich nicht gut in der Lage, anderen zur Seite zu stehen“, zitierte der Superintendent die Geehrte.
Den Gottesdienst gestalteten auch Pastorin Birgit Schulz und ihr Mann und Diakon Michael Ließ. „Du hast Dich immer als Brückenbauerin verstanden zwischen der Welt des Krankenhauses und der Welt des Glaubens“, betonte Ließ. „Dein Motto lautet: Lasst uns einander lieben, ist dein Motto. Wahrhaftiges und authentisches Handeln sind Dir wichtig.“
Birgit Schulz betonte den Gemeinschaftsgedanken von Birgit Hodemann: „Du bist eine, die Gemeinschaft gestaltet und pflegt.“ Für den weiteren Lebensweg wünschte ihr Schulz Gottes Wind unter den Flügeln. „Wir sind gespannt, zu welchen Ufern es Dich künftig zieht.“
Superintendent Vasel konnte mehr dazu sagen: „Pilgern ist ein Thema für Sie. Nicht als Hochleistungssport. In einem Maß, das gut passt. Von Porto nach Baiona in den Osterferien. Und Sie überlegen, sich als ehrenamtliche Pilgerbegleiterin ausbilden zu lassen. Wir haben ja den Weg von Volkenroda nach Loccum. Ein weiteres Ziel ist Sri Lanka, weil Ihr Fernweh noch nicht gestillt ist. Vasel wünschte Birgit Hodemann, dass sie auf dem Weg zu Gott und den Menschen bleibt – mit weniger Pflichten und mehr frei verfügbarer Zeit für sich selbst. Harald Langguth