Vom 2. bis 6. Oktober organisiert die Evangelische Jugend Hameln-Pyrmont eine mehrtägige Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 27 Jahren. Ziel der Reise ist es, Geschichte erlebbar zu machen und den Teilnehmenden eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Holocaust, Erinnerungskultur, Menschenrechten und Zivilcourage zu ermöglichen Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus verliert mit der Zeit an Unmittelbarkeit, da die Generation der Zeitzeugen schwindet. Gleichzeitig nehmen rechtsextreme Bewegungen und antisemitische Vorfälle in Deutschland und Europa wieder zu. Junge Menschen stehen heute vor der Herausforderung, diese Vergangenheit nicht nur aus Geschichtsbüchern zu kennen, sondern sie als Teil einer gemeinsamen Verantwortung zu begreifen.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Schrecken des Nationalsozialismus in Vergessenheit geraten. Junge Menschen sollen die Chance haben, an diesem authentischen Ort zu verstehen, wohin Hass und Ausgrenzung führen können“, betont Silvia Büthe, Kirchenkreisjugendwartin und seit über zehn Jahren Organisatorin der Initiative bunt statt braun im Landkreis Hameln-Pyrmont. Auch der langjährige Ehrenamtliche der Evangelischen Jugend und Kommunalpolitiker Hagen Langosch unterstreicht die Aktualität des Projekts: „Erinnerungskultur bedeutet, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Gerade jetzt, in Zeiten von Populismus und gesellschaftlicher Spaltung, müssen wir uns bewusst machen, wie wichtig ein respektvolles und demokratisches Miteinander ist.“
Während der fünftägigen Fahrt lernen die Jugendlichen die historische Dimension des Holocaust aus verschiedenen Perspektiven kennen. Neben dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau werden sie sich in Krakau mit der Geschichte des jüdischen Lebens vor und während der NS-Zeit beschäftigen. Reflexionsrunden, Workshops und gemeinsame Gespräche geben Raum, die Eindrücke zu verarbeiten und aktuelle Bezüge zu gesellschaftlichen Fragen herzustellen. Die Reise verbindet damit historische Bildung mit persönlicher Erfahrung und fördert zugleich den Austausch innerhalb der Gruppe.
Die Fahrt wird begleitet von Silvia Büthe und Melanie Dörpmund, Fachkraft zur Prävention vor sexualisierter Gewalt im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont, sowie von Hagen Langosch. Das Trio unterstützt die Teilnehmenden in der Verarbeitung der Eindrücke und sorgt für sichere Räume für Austausch und Fragen. Ziel dieser Reise ist es, jungen Menschen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Empathie, Verantwortung und Zivilcourage zu fördern. Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wird so zu einer aktiven Haltung gegen Ausgrenzung und Hass in der heutigen Gesellschaft.
Die Kosten für die Fahrt betragen 150 Euro. Untergebracht ist die Gruppe in einer jugendfreundlichen Unterkunft in Krakau. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf www.jugenddienst.de unter dem Reiter Seminare & Freizeiten. Silvia Büthe