Bad Münder. Am 2. April 2025 hat die Synode – das gewählte Parlament des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont – die Auflösung der Arbeitslosen Initiative Bad Münder (AIBM) zum 31.12.2025 beschlossen. Auch die Arbeitsgelegenheiten-Stellen (AGH) werden dann auslaufen. Für die bestehenden Arbeitsplätze konnten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Auch macht das Diakonische Beratungszentrum Bad Münder weiter ratsuchenden Menschen Angebote vor Ort.
„Wir lassen damit keinen Mitarbeitenden im Regen stehen“, betont Dr. Stephan Vasel, Superintendent im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont. Er dankt Bad Münders Bürgermeister Dirk Barkowski herzlich für die jahrzehntelange kostenfreie Überlassung der AIBM-Räumlichkeiten an der Rahlmühler Straße 100. Vasel bezeichnet die AIBM als ein erfolgreiches Projekt, das jahrezehntelang sehr gut funktioniert habe. Förderkulissen und Bedarfe der Menschen hätten sich jedoch im Lauf der Zeit geändert. Daher sei es nun auch richtig, dieses Angebot einzustellen. Bad Münders Bürgermeister Dirk Barkowski dankt Dr. Vasel für die jahrelange gute Zusammenarbeit.
Die AIBM gehört zum Diakonischen Werk, das im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont viele soziale Felder bespielt wie Schuldnerberatung, Sucht- und Suchtprävention sowie die Lebens-, Familien- und Paarberatungsstelle. Auch die Bahnhofsmission zählt dazu.
Nach der Beschlussfassung durch die Kirchenkreissynode am 2. April 2025 wurde mit Susanne Lührs – sie leitete das Sozialkaufhaus – ein Auflösungsvertrag zum 31.12.2025 inklusive einer Abfindung geschlossen. Das befristete Arbeitsverhältnis des beschäftigten Vorarbeiters im Sozialkaufhaus endet dann ebenfalls regulär. Sabine Pommerin ist Sozialpädagogin im Bereich der Beratung und Betreuungsarbeit im diakonischen Beratungszentrum Bad Münder. Sie arbeitet ab 1.1.2026 beim Diakonischen Werk in Hameln und leitet dann dort die Bahnhofsmission.
Die Räume des Möbellagers/Sozialkaufhaus in Bad Münder werden zum 31.12.2025 besenrein an die Stadt Bad Münder zurückgegeben. Das vorhandene Inventar wird so weit wie möglich im Vorfeld verkauft. Bis dahin nicht veräußerte Bestände werden entsorgt.
Die Außenstelle der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention und die allgemeine Sozialberatung bieten weiter ihre Sprechstunden in Bad Münder an – zurzeit jeden Donnerstagvormittag. Auch die Schuldnerberatung des Kirchenkreises Hameln Pyrmont ist nach wie vor jeden Mittwoch mit einem Beratungsangebot in der Kurstadt präsent.
Zur Entstehungsgeschichte: Mit Auflösung des Kirchenkreises Springe ging die AIBM zum 1. Januar 2001 an den Kirchenkreis Hameln über. Neben Förderprogrammen des Landes Niedersachsens für Langzeitarbeitslose waren AB-Maßnahmen sowie ein Zuschuss der Stadt Bad Münder für viele Jahre sichere Finanzierungsquellen. Die Beratung und Betreuungsarbeit zählte neben dem Möbellager und der Grünpflege zu den wesentlichen Aufgabenfeldern. Das diakonische Beratungszentrum in Bad Münder blühte und gedeihte. Mit der Einführung der Hartz Reformen und der Gründung des JobCenters veränderte sich die Finanzierung. So wurde das Förderprogramm des Landes Niedersachsen zum 30.9.2004 eingestellt. Nach Klärung der Förderkulisse mit dem JobCenter wurde ab 2005 die Betreuung und Begleitung von Arbeitsgelegenheiten – sogenannte Ein-Euro-Jobs – als Aufgabe durch die AIBM wahrgenommen.
Neben den Arbeitsgelegenheiten im Bereich des Projektes Möbellager/Sozialkaufhaus und Grünpflege wurden auch Einsatzstellen bei externen Trägern wie Sportvereinen, Tafeln und Kirchengemeinden eingerichtet. 2006 begleitete die AIBM 75 AGH-Einsatzstellen mit entsprechendem pädagogischem Personal. Neben der praktischen Anleitung im Bereich Möbellager/Grünpflege wurden vom Kirchenkreis zwei Stellen für Sozialpädagogen eingerichtet, die auch die Einsatzkräfte bei den externen Trägern begleiteten. Zum Verständnis: Teilnehmer in AGH-Einsatzstellen dürfen ausschließlich zusätzlich gemeinnützige Tätigkeiten ausführen. „Das Ziel der AIBM-Integration, möglichst viele Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen, konnte zu diesem Zeitpunkt richtig gut umgesetzt werden. Viele AGH-Teilnehmende wurden in feste, sozialversicherungs-pflichtige Stellen vermittelt“, berichtet Birgit Löhmann, Diakoniebeauftragte im Kirchenkreis. Im Laufe der Jahre wurde die Anzahl von AGH-Stellen durch das JobCenter immer weiter reduziert. Gleichzeitig gingen die Teilnehmerzahlen in den AGH-Einsatzstellen weiter zurück. Die Tabelle veranschaulicht das.
|
Jahr |
Bewilligte AGH |
Tatsächlich besetzte Stellen |
|
2006 |
75 |
- |
|
2008 |
60 |
- |
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2019 |
35 |
28 |
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2020 |
35 |
25 |
|
2021 |
35 |
20 |
|
2022 |
35 |
16 |
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2023 |
28 |
16 |
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2024 |
15 |
15 |
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2025
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12 |
15 |
Das Instrument der AGH-Stellen ist landkreisweit rückläufig. Neben der AIBM bieten auch die Arbeitslosen Initiative Bad Pyrmont (AIBP) und die Impuls GmbH AGH-Einsatzstellen an.