In den nächsten Jahren werden auch im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont viele Pastorenstellen frei. Und an Nachwuchs mangelt es enorm.
(Hameln/Pyrmont) Der Pastorenmangel wird auch im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hameln-Pyrmont bald deutlich zu spüren sein. Immer schwerer werde es, so Superintendent Philipp Meyer, attraktive Stellen, besonders in ländlichen Regionen, den zunehmend geringeren Nachwuchskandidaten bieten zu können. In seinem Ephoralbericht am Kirchenkreistag im April zog er einen direkten Vergleich mit der im vergangenen Jahr visitierten Region fünf mit ihren 12 Kirchengemeinden rund um Emmerthal: „In den nächsten Jahren werden eine große Zahl von hauptamtlichen Kräften in den Ruhestand treten“, so Meyer. Nicht nur ein neuer Zuschnitt der Regionen sei eventuell anzudenken, auch neue Konzepte mit zusätzlichen Anreizen für attraktivere Stellen müssen entwickelt werden und das beträfe grundsätzlich den gesamten Kirchenkreis.
Der Superintendent aber blickt trotz aller Bedenken hinsichtlich der Personalentwicklung optimistisch in die Zukunft: “Ich freue mich sehr, in diesem Kirchenkreis arbeiten zu dürfen!“ Meyer betont die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen und hält einen wohlwollenden Rückblick auf die Ereignisse und Entwicklungen innerhalb der Einrichtungen des Kirchenkreises. So lag der Kirchenkreis zum Beispiel mit über 150 Veranstaltungen im Reformationsjubiläumsjahr weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Regionen und besonders die Ökumene vor Ort konnte von der guten Zusammenarbeit profitieren.
„Im Notfall denkt nicht jeder direkt an Kirche“, lässt Diakon Michael Ließ im weiteren Verlauf der Sitzung die interessierten Mitglieder und BesucherInnen des Kirchenkreistags wissen. Er informiert auf beeindruckende Weise von der wichtigen Arbeit der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont. Diese gebe es bereits seit Mitte der 90er Jahre und sie sei ein Teil der pfarramtlichen Arbeit, informiert Ließ. Über 20 MitarbeiterInnen gehören zu dem Notfallseelsorge-Netzwerk, darunter PastorInnen, DiakonInnen sowie gut ausgebildete Ehrenamtliche. Jährlich wird die Notfallseelsorge zu rund 40 Einsätzen gerufen. Allein der christliche Gedanke der grenzenlosen Nächstenliebe sei die Basis für den Dienst am Menschen in schwierigen Krisen: „Wir glauben, dass Gott jeden Menschen vor aller Leistung und trotz aller Schuld liebt“. Mit diesen Worten unterstreicht Ließ den Dienst in der Notfallseelsorge, die ein Teil der Psychosozialen Notfallversorgung darstellt.
„Wir stehen im Morgen“, mit dem Liedruf aus der Andacht von Pastorin Schimmelpfeng lässt sich das kirchliche Geschehen im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont hoffnungsvoll erleben.
Vom Kindergarten, über den Jugenddienst, der Familien- und Seniorenarbeit, der Kirche als Arbeitgeber, der Diakonie, der Ökumene, der Kirchenkultur, den Gottesdiensten, der christlichen Gemeinschaft auf vielen Ebenen, über die Notfallseelsorge – Kirche ist durchaus eine Institution, die zukunftsfähig ist und bleibt.
Text und Bild: Heike Beckmann, Öffentlichkeitsbeauftrage & Fundraiserin im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont