Kinder haben ein Recht auf Religion

Die Teilnehmenden des Religionspädagogischen Grundkurses. Foto: Privat

Kinder haben ein Recht auf Religion – dafür steht der Evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont ein. Der Religionspädagogische Grundkurs ist seit einigen Jahren fester Bestandteil der Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte, die in den Kindertagesstätten des Verbandes tätig sind.

Der aktuelle Kurs wurde von Erzieherin Helene Büttner und Diakonin Sophie-Marie Kabuß durchgeführt. Zum Auftakt richtete Superintendent Stephan Vasel ein Grußwort an die Teilnehmenden und unterstrich die Bedeutung religionspädagogischer Bildung in den Kindertagesstätten. Auch die pädagogische Leitung Ulrike Heinrichs besuchte den Kurs und würdigte das Engagement der Mitarbeitenden.

Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über christliche Feiertage sowie über biblische Geschichten, die gezielt die jeweiligen Entwicklungsphasen der Kinder aufgreifen. „Gerade die Arbeit an den biblischen Geschichten und der Austausch in der Gruppe haben mir noch einmal neue Perspektiven eröffnet. Ich habe gemerkt, wie wichtig meine eigene Haltung ist und wie ich Kinder sensibel und kindgerecht an religiöse Themen heranführen kann. Ich nehme viele konkrete Ideen, neue Lieder und Methoden sowie frische Motivation und Sicherheit für meinen Kita-Alltag mit“ – so äußerten sich einige der Teilnehmenden anschließend. Neue Lieder und Gebete erweitern das bereits vorhandene Repertoire und füllen die religionspädagogische „Handwerkskiste“ der Mitarbeitenden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der praktischen Auseinandersetzung mit ausgewählten biblischen Geschichten. In Übungen und kreativen Methoden arbeiteten die Teilnehmenden unter anderem zu Arche Noah, der Sturmstillung, dem verlorenen Schaf, Kain und Abel sowie zur Schöpfungsgeschichte. Dabei wurden Erzählmethoden erprobt, Bodenbilder gestaltet, Rollenspiele durchgeführt und Möglichkeiten zur kindgerechten Umsetzung im Kita-Alltag reflektiert. So konnten die Fachkräfte ihr neu erworbenes Wissen direkt anwenden, vertiefen und festigen. An drei Kurstagen im ersten Teil des Grundkurses wurde insbesondere an die Haltung der Mitarbeitenden appelliert.

Kinder haben ein Recht auf Religion – diesem Anspruch begegnet der Verband durch zielgerichtete Weiterbildungen sowie durch die kontinuierliche religionspädagogische Begleitung durch Diakonin Sophie-Marie Kabuß sowie durch Pfarrpersonen, Diakoninnen und Diakone im gesamten Kirchenkreis. Die Kindertagesstätten begleiten Kinder in ihrer religiösen Entwicklung und eröffnen ihnen Zugänge zu Inhalten und Ausdrucksformen des christlichen Glaubens. Grundlage dafür sind die Grundsätze für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers mit dem Leitgedanken „Das Kind im Mittelpunkt“.

Ein fester Bestandteil jedes Kurstages war eine gemeinsame Andacht. Diese enthielt Elemente, die direkt für die Arbeit im Kindergarten genutzt werden können und gab den Teilnehmenden geistliche Impulse für ihren pädagogischen Alltag. Neben dem Zugang zum christlichen Glauben lernten die Teilnehmenden auch andere Weltreligionen kennen. Eine besondere Vertiefung erfolgte bei einem Besuch der Moschee der Islamische Gemeinde Hameln in der Hunoldstraße. Dort wurde der Kurs herzlich von Özlem Demir empfangen und durch die Moschee geführt. Die Teilnehmenden konnten sich umfassend über den muslimischen Glauben informieren. Für die freundliche Aufnahme und den offenen Austausch bedanken wir uns sehr herzlich. Sophie-Marie Kabuß