Ein außergewöhnliches Konzert erwartet das Publikum am Sonntag, 21. Juni um 18 Uhr, wenn die Kantorei Bad Pyrmont unter der Leitung von Dirk Brödling das Oratorium „Christi Auferstehung“ von Sigismund Ritter von Neukomm (1778–1858) aufführt. Die Aufführung stellt eine kleine Sensation dar: Das Werk wurde seit mehr als 150 Jahren nicht mehr gespielt und erlebt nun in Bad Pyrmont nach langer Zeit seine Wiederaufführung.
Der heute weitgehend vergessene Komponist Sigismund Ritter von Neukomm war Schüler von Michael und Joseph Haydn und galt zu seiner Zeit als international gefragter Musiker. Er wirkte und reiste in vielen europäischen Kulturzentren und sogar in Südamerika – von London über Paris bis Rio de Janeiro und St. Petersburg. Insgesamt hinterließ er ein umfangreiches Œuvre von über 1200 Kompositionen.
Das vermutlich um 1828 entstandene Oratorium „Christi Auferstehung“ ist in den vergangenen mehr als hundert Jahren nicht mehr aufgeführt worden, da keine moderne Edition der Partitur vorlag. Erst durch die musikwissenschaftliche Arbeit von Dr. Alexander Weidner, der das Werk aus verschiedenen Quellen in eine neue spielbare Edition übertrug, wurde eine Aufführung wieder möglich.
Das Werk zeichnet sich durch eindrucksvolle und wirkungsvolle Chorsätze, eine konzentrierte musikalische Dramaturgie und ausgedehnte, vom Orchester begleitete Rezitative aus, die die biblische Auferstehungserzählung lebendig entfalten. Mit dieser Aufführung präsentiert die Kantorei Bad Pyrmont eine bedeutende musikalische Wiederentdeckung – und zugleich eine Weltpremiere, die das Publikum auf eine seltene Reise in die Musikgeschichte einlädt. Karten können über die Pyrmonter Tourismus GmbH erworben werden oder ganz einfach digital unter www.badpyrmont.de.Carolin Emme