"Hier kommen Menschen mit verschiedenen Lebensentwürfen zusammen"

Valerie Anke stellte sich der Gemeinde auch im Kirchenschaukasten vor. Foto: Harald Langguth

Sehr herzlich habe man sie aufgenommen durch Pastoren, Kirchenvorstände, Vereine und Gemeinden. Ein großes Abenteuer ist für sie das Landleben, betont Valerie Anke. „In kürzester Zeit habe ich so viele Menschen kennenlernen dürfen. Auch weil es keine Cafés gibt, wird man einfach schneller nach Hause eingeladen. Hier grüßt man sich auf der Straße. Das finde ich schön. Außerdem kann man hier die Jahreszeiten wie zum Beispiel jetzt in der Erntesaison, noch stärker erleben.“  

Bereits hinter Valerie Anke liegt die dreimonatige Schulphase an der Grundschule in Tündern. Unterbrochen wird die Zeit in den Gemeinden von Seminarzeiten vor allem in Loccum. Das zweite theologische Staatsexamen steht dann für sie im Herbst/Winter 2026 an.

Rückblick: Theologie studierte Valerie Anke in Göttingen, Halle, Leipzig und Rom – am Centro Melantone in der ewigen Stadt. Über 20 päpstliche Hochschulen gibt es in Rom, das Centro Melantone ist bei der protestantischen Waldenser-Fakultät beheimatet. „Dafür, dass sie so wenige sind, zeigen die Waldenser in Italien mit ihrer Diaconia Valdese eine erstaunliche Präsenz“, berichtet die Vikarin. Sie vermutet, dass die Diakonie auch in Deutschland eine tragende Rolle für die Kirche spielen wird.

Das Studium fand auch auf Italienisch statt. „Für mich war das eine tolle Möglichkeit Theologie mit Italienisch zu kombinieren. Ich hatte immer ein Interesse an Sprachen“, sagt die junge Vikarin. Ein Glück – denn das Theologiestudium beginnt mit dem Erlernen der alten Sprachen Latein, Altgriechisch, und Hebräisch. In Lübeck geboren und aufgewachsen in Hannover, kam die jetzige Vikarin ganz klassisch über Krippenspiel und Kindergottesdienst in Kontakt mit dem christlichen Glauben. Auch das Theologiestudium begeistert sie: „Es ist ein sehr vielfältiges Studium, reicht von Sprachen über Geschichte, Ethik, Literatur bis zu anderen Religionen.“

Gerne hat sie deshalb auch an interdisziplinären Veranstaltungen der Theologie zum Beispiel zu Kunstgeschichte, Psychologie oder Jura teilgenommen. So war auch der Weg zum Master „Medizin-Ethik-Recht“ in Halle im Anschluss an das Theologiestudium nicht mehr weit.  Harald Langguth