Dr. Jürgen Heine, Kirchenvorstandsvorsitzender, begrüßte die Gottesdienstbesucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche bei der Verabschiedung von Dagmar Knackstedt-Riesener. Seit Mai 2002 war sie gemeinsam mit ihrem Mann Jens Riesener in der Kirchengemeinde Hemeringen-Lachem seelsorgerisch tätig. Geboren 1962 in Hannover studierte sie in Marburg und Göttingen. Ihr 1. theologisches Examen machte sie 1991 in Göttingen. Ihr Vikariat absolvierte Knackstedt-Riesener von 1992 bis 1994 in Uslar, das 2. theologische Examen 1994. Von 1994 bis 1998 arbeitete sie mit ihrem Mann in Esens. Dort wurden beide auch 1998 gemeinsam ordiniert. Das Paar ist seit 1995 verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 2002 gingen beide nach Hemeringen-Lachem ins Weserbergland. Wieder als Team, das sich eine gemeinsame Aufgabe nach Themen teilte.
„Konkret haben Sie beide Gottesdienste und Beerdigungen gemacht – und abwechselnd den Konfirmandenunterricht. Sie haben sich um die Angebote für Frauen gekümmert, auch den Weltgebetstag und Frauensonntag. Sie waren eine Zeit lang Diakoniebeauftragte des Kirchenkreises. Es gab eine Vertretungszeit in Holtensen, und Sie haben in Aerzen mitgearbeitet“, charakterisierte der Superintendent die scheidende Pastorin. „Gerne erinnern Sie sich an große Weihnachtsmärkte, mit abgesperrter Straße. Oder an das Reformationsjubiläum 2017, gestaltet als großes Lutherfest mit Mittelalterständen, Handwerksständen – mit Luther und Käthe und fröhlichen Speisen. Oder an Open-air-Gottesdienste zu Himmelfahrt oder an große Tauffeste in der Region, im Garten oder in Edenhall“, beschrieb Vasel Wohlfühlmomente von Dagmar Knackstedt-Riesener.
Die vergangenen Jahre seien von gesundheitlichen Herausforderungen geprägt gewesen. „In dieser Perspektive ist es auch ein Stück Freiheit, nicht mehr in beruflicher Verantwortung zu stehen“, betonte Vasel und sprach das Bibelwort an, dass sich die Pastorin zu ihrer Verabschiedung ausgesucht hatte: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal 6,32). Knackstedt-Riesener geht aus diesem Grund auch eher in den Ruhestand. „Jetzt haben Sie Zeit für Omas gegen rechts, das Fitnessstudio und weitere Interessen. Was bleibt, ist das Ritual , donnerstags den Kindern im Kindergarten etwas vorzulesen“, beschrieb Vasel die vielen Aktivitäten der Pastorin. Anschließend überreichte er Dagmar Knackstedt-Riesener die Dankesurkunde des Landesbischofs und entpflichtete sie per Handschlag von ihren Aufgaben in Hemeringen-Lachem.
Die Kinder der Kita, in der die Pastorin so gerne vorliest, hatten am Gottesdienst teilgenommen und ihre Bücher zur Verabschiedung mitgebracht. Hartmut Binder, Ortsbürgermeister von Halvestorf, lobte die Beteiligung der Kirche am Weihnachtszauber, bei den Einschulungsgottesdiensten und in den Kindergärten. Nicht viele Worte machte Thorsten Sander, Ortsbürgermeister von Haverbeck. Dafür brachte er Dagmar Knackstedt-Riesener ein Geschenk mit – ein Schild mit der Aufschrift „Lieblingsplatz“. Pastor Simon Pabst sprach ein paar Dankesworte für die Region 4: „Wir wissen, mit welchem Herzblut Du Pastorin bist.“ Auch Andreas Wittrock, Ortsbürgermeister von Aerzen, war unter den Gratulanten – ebenso wie Klaus Brzesowsky, Amtsträger für Hemeringen.
„So viele Menschen durfte ich kennenlernen und begleiten. Es war mir eine große Ehre. Gern habe ich Menschen in Grenzsituationen ihres Lebens begleitet. Nicht wegsehen, sondern hingehen: Das war meine Aufgabe“, sagte die Pastorin zu ihrer Verabschiedung und bedankte sich für das Vertrauen.
Bereits direkt nach ihrer Konfirmation hatte sie sich zunächst ehrenamtlich als Mitarbeiterin Gottes auf Erden engagiert – und damit seit fast 50 Jahren. „Mein ganzes Leben habe ich Gott und den Menschen gedient. Ich bin die Wege der Fröhlichen mit Lachen mitgegangen – und die Wege der Weinenden mit Mitgefühl. Wir haben viel gelacht, bei Taufen und Hochzeiten, im Konfirmandenunterricht, bei Festen und im Kirchenvorstand. Unsere Gemeinde ist gut versorgt – mit einem tollen Kirchenvorstand und einem tollen Pastor. Du Gott erfülltest mein Leben mit Kraft – dafür danke ich Dir.“ Harald Langguth