Zweimal Haydn am 9. November um 18 Uhr in der Christuskirche in Bad Pyrmont: Unter dem Motto „Zweimal Haydn“ musizieren die Solistinnen und Solistinnen Christina Hilbers (Sopran), Svenja Rissiek (Alt), Johann Penner (Tenor) und Steffen Schulte (Bass) gemeinsam mit der Kantorei Bad Pyrmont und dem Orchester La Réjouissance unter der Leitung von Kantor Dirk Brödling. Den Schwerpunkt bildet das etwa 35-minütige „Requiem solemne in c-Moll“ von Michael Haydn (1737–1806). Es entstand 1771 in Salzburg anlässlich des Todes von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach und beeindruckte schon Zeitgenossen wie Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart. Letzterer wirkte bei der Uraufführung als Geiger mit und nahm das Werk zwei Jahrzehnte später als Vorbild für sein eigenes Requiem. Zeitgenossen schätzten Michael Haydns Kirchenmusik hoch; selbst sein Bruder Joseph hielt ihn in diesem Genre für den stärkeren Komponisten.
Von Joseph Haydn (1732–1809) erklingt die Sinfonie Nr. 52 in c-Moll, die im selben Jahr wie das Requiem seines Bruders entstand und ebenfalls in c-Moll steht. Haydns Sinfonien der frühen 1770er Jahre gelten als typische Werke der musikalischen „Sturm und Drang-Epoche“: voller expressiver Kontraste, synkopierter Rhythmen, kantiger Themen und kontrapunktischer Abschnitte. Sie zeugen von der Suche des Komponisten nach neuen Ausdrucksformen. Das Konzert bildet einen bewussten Kontrast zum Chor- und Orchesterkonzert im Frühjahr. Dort standen mit einer festlichen Mozart-Messe aus dem Salzburger Dom und der strahlenden Jupiter-Sinfonie heitere und jubilierende Werke auf dem Programm. Im nun beginnenden Totenmonat November hingegen erklingen mit einer Totenmesse und einer Moll-Sinfonie zwei ernstere, tiefgründige Werke. Diese rücken das Schaffen zweier herausragender Komponisten der Klassik ins Licht. Carolin Emme