Für Kinder ist diese Zeit besonders magisch. Voller Erwartungen, voller Fragen und voller kleiner Rituale. Als Diakonin und Mutter erlebe ich jedes Jahr neu, wie sehr Kinder uns Erwachsene einladen, den Advent mit ihren Augen zu betrachten: staunend, offen und voller Freude an kleinen Gesten. In diesem Beitrag möchte ich ihnen die Bedeutung der Feste und Ideen für die Adventszeit zuhause näherbringen.
Viele Familien haben zur Adventszeit einen Adventskranz. Gerne können Sie ihre Familien mit in die Gestaltung einbeziehen. Vielleicht probieren Sie sich dieses Jahr an einem selbsthergestellten Adventskranz aus Naturmaterialien oder Sie verzieren einen gekauften mit ihren Kindern gemeinsam. Auch die Kerzen für den Adventskranz können Sie mit ihren Kindern gestalten. Hierzu eignen sich Wachsplatten, Wachsstifte, erhitzte Buntstiftspitzen wie Stabilo woody oder auch Serviettentechnik. Möglicherweise überlegen Sie sich mit ihrer Familie einen Spruch, bevor die Adventskranzkerzen angezündet werden. Oder Sie sprechen diesen: „Wir zünden diese Kerze an und spüren: Gott ist uns ganz nah. Er schenkt uns Licht in dunkler Zeit und das ist wunderbar.“
Die Feste der Adventszeit für Kinder kurz erklärt: Advent ist die Zeit vor Weihnachten, in der wir uns auf die Geburt von Jesus vorbereiten. Im Advent zünden wir Kerzen am Adventskranz an, zählen die Tage mit einem Adventskalender und freuen uns auf das Fest der Liebe. Es ist eine Zeit, in der wir gemeinsam warten, Licht teilen und freundlich zueinander sind.
Nikolaus war ein Bischof, der vor ganz langer Zeit in der Stadt Myra - heute in der Türkei - lebte. Er war bekannt dafür, dass er sehr freundlich und hilfsbereit war. Besonders kümmerte er sich um arme Menschen, Kinder und Menschen in Not. Es gibt viele Geschichten über ihn: So soll er heimlich Geld oder Geschenke zu armen Familien gebracht haben. Einmal half er drei Mädchen, die sonst nicht heiraten konnten, indem er ihnen Geld gab – ganz heimlich. Am 6. Dezember feiern wir seinen Geburtstag. Kinder stellen oft am Abend vorher ihre Schuhe oder Stiefel vor die Tür. Über Nacht füllt Nikolaus sie mit kleinen Geschenken, Süßigkeiten oder Obst. So erinnern wir uns daran, Gutes zu tun und anderen eine Freude zu machen – genauso wie Nikolaus es getan hat.
Nehmen Sie gerne das Angebot der Kindergartenbüchereien und anderer Büchereien in Anspruch und begleiten Sie diese Feste mit Büchern. Erkundigen Sie sich, ob in Ihrer Kirchengemeinde Angebote für Kinder im Advent, wie beispielsweise lebendiger Advent, Kindergottesdienste, Familiengottesdienste stattfinden. Auch der Instagramkanal „kitavhameln“ gestaltet gemeinsam mit vielen Kindertagesstätten einen Online-Adventskalender mit vielen Impulse für die Adventszeit.
Wer wartet, erlebt Schönes
Warten ist für Kinder oft schwer. Doch genau hier liegt eine Einladung des Advents: Wer wartet, erlebt Schönes; wer sich freut, strahlt Licht aus. Dazu können einfache Rituale beitragen wie beispielsweise eine Geschichtenzeit. Versuchen Sie regelmäßig weihnachtliche Erzählungen oder ein Kapitel aus einem Adventsbuch zu lesen/anzuschauen. Oder Sie lassen die Krippe wachsen. Nicht alle Figuren sofort aufstellen, sondern nach und nach. Jeden Abend darf ein Kind eine Figur dazu stellen oder ein Tier „ein Stück näher“ wandern lassen. So wird die Geschichte ein Weg, der sichtbar wird.
Advent mit Kindern ist eine Einladung, selbst wieder zu staunen. Nicht alles muss perfekt sein – im Gegenteil: Oft sind es die kleinen, unaufgeregten Momente, in denen das Licht von Weihnachten besonders hell aufscheint. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, liebevolle und herzgewärmte Adventszeit – reich an Licht, Nähe und gemeinsamen Wegen. Sophie-Marie Kabuß, Diakonin