Regionalbischöfin blickt mit Dankbarkeit zurück

Adelheid Ruck-Schröder denkt gerne an die gute Zusammenarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen. Foto: Jens Schulze

„Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die Jahre im Sprengel zurück“, sagt Ruck-Schröder im Vorfeld der Verabschiedung. „Es war eine Zeit intensiver Begegnungen, tiefer geistlicher Erfahrungen und gemeinsamer Verantwortung. Der Abschied fällt mir nicht leicht, aber ich gehe mit reichen Erfahrungen von Niedersachsen nach Westfalen.“

Seit Juli 2021 leitete Ruck-Schröder den Sprengel Hildesheim-Göttingen, der acht Kirchenkreise in Südostniedersachsen mit insgesamt rund 460.000 Gemeindegliedern umfasst. Sie war die erste Frau in diesem Amt im Sprengel und prägte es mit einem Führungsstil, der auf Dialog, Teilhabe und theologische Klarheit setzte.

Gemeinsam mit den Kirchenmusikerinnen hat sie die Popularmusik im Sprengel entscheidend vorangebracht. Ihr besonderes Augenmerk lag auf dem Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen, besonders im Bereich der ehrenamtlichen Gottesdienstleitung durch Lektoren, Lektorinnen und Prädikanten und Prädikantinnen.

Gesellschaftliches Engagement

Auch in gesellschaftlichen Debatten bezog sie klar Stellung – etwa gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus, für Demokratie und Menschenwürde. Der interreligiöse Dialog lag ihr dabei besonders am Herzen. So initiierte sie Dialogveranstaltungen und führte gemeinsam mit Rabbiner Gábor Lengyel ein christlich-jüdisches Gespräch in der Michaeliskirche. Ebenso lud sie den jüdischen Komponisten Dr. Jean Goldenbaum zu einem musikalisch-theologischen Dialog über Psalmen, Glaube und Frieden ein.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit im Sprengel

Mit persönlichem Engagement war sie präsent im Sprengel Hildesheim-Göttingen: bei Gemeindefesten, auf den Kanzeln im ländlichen Raum, bei ihren Visitationen in den Kirchenkreisen und nicht zuletzt bei Gesprächen mit den vielen ehren- und hauptamtlich Tätigen – darunter Pastoren und Pastorinnen, Religionslehrpersonen, Diakoninnen und Diakonen, Kirchenkreissozialarbeiter*innen sowie Mitarbeitenden in der Verwaltung. So förderte sie auch eine multiprofessionelle Zusammenarbeit verschiedener kirchlicher Berufe. Darüber hinaus wirkte sie in landeskirchlichen Gremien sowie in den Aufsichtsräten der Diakonie Himmelsthür und des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende mit.

„Ich habe es als große Bereicherung erlebt, mit den Menschen in den Gemeinden unterwegs zu sein – in Gottesdiensten, Gesprächen und ganz alltäglichen Begegnungen. Diese Vielfalt des kirchlichen Lebens in Südniedersachsen werde ich vermissen“, weiß Ruck-Schröder. „Die Michaeliskirche in Hildesheim war für mich ein besonderer Ort in diesen Jahren – nicht nur als Weltkulturerbe, sondern als geistlicher Raum, der Menschen bewegt“, sagt sie weiter. „Ich freue mich, dort mit vielen Weggefährten und Weggefährtinnen zum Abschied Gottesdienst zu feiern.“ Gunnar Müller