Als sich in der Zeit der deutschen Teilung westdeutsche Landeskirchen dazu verpflichteten, die evangelischen Geschwister in der DDR ideell und materiell zu unterstützen, entstanden Beziehungen, welche die Wiedervereinigung überdauerten. Eine besonders langlebige dieser Beziehungen ist die zwischen den Posaunenchören in Kirchohsen und Trünzig. Sie geht zurück auf einen Partnervertrag, den die Landeskirche Hannover mit der Sächsischen Landeskirche schloss. In diesem Rahmen wurde auch eine Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen und dem früheren Kirchenbezirk Werdau in Sachsen geschlossen. Damals wurde den Ohsenern die vogtländische Kirchengemeinde Trünzig quasi von oben als Partnerkirchengemeinde zugeordnet.
Ob damit bloß das behördliche „Oben“ gemeint sein kann, das lässt sich bezweifeln, denn: die beiden Posaunenchöre verstanden sich von Beginn an so gut, dass aus einem landeskirchlich verordneten Kontakt schnell eine echte Freundschaft erwuchs. Seit Jahrzehnten pflegen die beiden Chöre regelmäßige Besuche. In diesem Jahr war der Ohsener Posaunenchor an der Reihe, die Freunde in Sachsen zu besuchen. Und so fuhr eine kleine Delegation der Ohsener Bläser samt Pastor Anfang November ins gut 300 Kilometer entfernte Trünzig. Dort wurden die Niedersachsen in überwältigender Gastfreundschaft in Empfang genommen. Nach leckerem Frühstück mit Trünziger Semmeln und gemeinsamer Posaunenchorprobe luden uns die Gastgeber in das nahe gelegene Landwirtschaftsmuseum in Blankenhain ein. Der Tag endete nach vorzüglichem Abendessen in geselliger Runde im Gemeindehaus.
Der Kirchweihgottesdienst am darauffolgenden Sonntag wurde musikalisch von den beiden Posaunenchören gestaltet, wobei der Ohsener Pastor Jacques Fabiunke die Festpredigt hielt. Jacques Fabiunke