...alles, zwischen Himmel und Erde | Bild: Heike Beckmann

Wir schicken noch ein Schiff

Nachricht Hannover, 15. November 2020

Das united4rescue-Team setzt weiter alles daran, unser Bündnisschiff Sea-Watch 4 schnellstmöglich wieder in den Einsatz zu bringen. Sea-Watch hat die angeblichen technischen Mängel behoben und gegen die politisch motivierten Gründe vor dem Verwaltungsgericht in Palermo Widerspruch eingelegt. Parallel haben wir über Kontakte in Italien versucht, das Schiff freizubekommen. Gestern hat auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in einem persönlichen Gespräch mit der italienischen Verkehrsministerin und der Küstenwache die sofortige Freilassung gefordert. Wir hoffen sehr, dass diese Bemühungen bald fruchten und unser Schiff wieder retten kann.

Außerdem haben wir ein weiteres Projekt unter Hochdruck vorangetrieben und jetzt eine große Nachricht zu vermelden: WIR SCHICKEN NOCH EIN SCHIFF! Und zwar die “SEA-EYE 4”. Schon seit vielen Monaten plant die Rettungsorganisation Sea-Eye e.V. den Kauf eines zweiten, größeren Schiffes. Nach vielen Beratungen und einer intensiven Prüfung der Projekt- und Finanzierungspläne haben wir beschlossen, dass United4Rescue sowohl den Schiffskauf finanzieren kann, wie auch maßgeblich den Umbau des neuen Bündnisschiffes ermöglichen soll.

Warum noch ein Schiff?

Jedes weitere Schiff rettet Leben. Umso mehr, wenn mit bürokratischen Mitteln laufend versucht wird, diese Hilfe zu verhindern. Die Situation auf dem zentralen Mittelmeer ist nach wie vor verheerend. Fast täglich bekommen wir aktuell Meldungen über tödliche Bootsunglücke. Am 12. November starben innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Menschen – darunter auch Kinder und ein 6 Monate altes Baby.

Unter der Überschrift ‘Drowned Requiem’ sammeln wir nun Spenden für unser zweites Bündnisschiff – und machen mit besonderen Mitteln auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam: Eine dänische Musikgruppe hat für United4Rescue die Europahymne auf dem Grund des Mittelmeers aufgenommen.

Beethovens „Ode an die Freude“ wird dadurch zur beklemmenden Unterwasser-Totenmesse.

Weil es aber nicht allein Spenden braucht, sondern eigentlich einen Politikwechsel, starten wir eine Petition: Wir wollen, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen endlich Verantwortung übernimmt und die EU zur staatlichen Seenotrettung zurückkehrt!

Bitte unterstützt unsere neue Kampagne! Teilt sie über die Sozialen Medien und tragt sie weiter! Gemeinsam sind wir viele – und schicken noch ein Schiff! Alle Infos zur Kampagne findet Ihr ab heute, dem 15. November unter www.wirschickennocheinschiff.de

Mit herzlichem Gruß aus der United4Rescue-Geschäftsstelle

Titus Molkenbur, Leitung Geschäftsstelle United4Rescue