...alles, zwischen Himmel und Erde | Bild: Heike Beckmann

Mutter Gottes im Gefängnis

Nachricht Hameln , 27. November 2019

16 biblische Holzfiguren für Seelsorgerische Arbeit in Jugendanstalt offiziell vorgestellt

Hoher Besuch in der Jugendanstalt Hameln. Zur feierlichen Vorstellung von 16 biblischen Holzschnitzfiguren, die für die Seelsorgerische Arbeit erworben wurden, ist sogar Minister Björn Thümler aus Hannover anwesend. „Die Figuren haben eine gewisse Traurigkeit, sie sind mitfühlend und sprechen mit einem, sie vermitteln Hoffnung und Veränderung“, empfindet er bei ihrem Anblick. Der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur schätzt die Werke des polnischen Künstlers Roman Sledz sehr. Am Beispiel dieser Figuren werde eindrucksvoll deutlich: „Kunst und Kultur bauen Brücken zwischen Menschen, Religionen und Ländern.“

Genau dafür sind sie angeschafft worden, um als Brücke im Gespräch zu dienen, Probleme darzustellen, Gefühle ohne viele Worte auszudrücken. Auch zwischen Menschen mit verschiedenen Sprachen und Religionen. „Die, die im Gefängnis sind, dürfen nicht außen vor bleiben,“ so Oberlandeskirchenrat Dr. Friedrich Ley der daran erinnert, dass Jesus selbst im Gefängnis war und immer Partei für die ergriffen hat, die am Rande der Gesellschaft stehen. Deshalb sei es großartig, dass die Seelsorger Karsten Brüggemann und Matthias Weiß Sponsoren für diese Figuren mit ihren ausdrucksstarken Gesten gefunden haben. Außer Frage stehe es, dieses wunderbare und wichtige Projekt zu unterstützen, betont auch der Landtagsabgeordnete Dirk Adomat. U.a. beteiligen sich die Stiftung Hameln-Pyrmont der Sparkasse Weserbergland, die Sozialstiftung Martin Schmidt, der Verein Andere Zeiten, die Kirchengemeinde Tündern und der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont an den Kosten.

Und der Künstler? „Roman Sledz schnitzt die ganze Zeit“, beschreibt Frank Klimmeck den Herrgottschnitzer, den er seit den 1980er Jahren kennt. „Die Landwirtschaft überlässt er jetzt der Familie“. Aber obwohl er seit vielen Jahren ein gefragter Künstler ist, sei er nicht von seinem Bauernhof im Osten Polens wegzubewegen. Für ihn reisen seine Werke in die Welt. Zu sehen sind sie unter anderem in Polen, Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Italien. Und jetzt auch in der Jugendanstalt Hameln.

Doris Hellmold-Ziesenis