ACK Hameln

ACKH-Flüchtlingshilfe

Flüchtlingen helfen

Nach dem Ende des Ost-West Konflikts hofften wir, es werde ein Zeitalter des Friedens anbrechen. Das Gegenteil aber ist eingetreten: lokale Kriege flammen überall auf und erzeugen Flüchtlingsströme in ungeahntem Ausmaß.

Vergessen wir nicht: Die meisten Flüchtlinge gelangen über die Nachbarländer ihres Krisengebiets nicht hinaus. Die Hauptlast ihrer Unterbringung und Versorgung tragen also andere. Zunehmend viele kommen aber inzwischen auch zu uns nach Europa und besonders nach Deutschland. Sie fliehen vor Vertreibung, Hunger, Krieg, - oft auch vor Folterung, Kreuzigung und Enthauptung. Es sind Menschen, die kommen, und vor ihrem Elend können wir die Augen einfach nicht verschließen.

Unsere Flüchtlingshilfe konzentriert sich auf die Flüchtlinge, die aus Kriegs- und besonderen Krisengebieten zu uns kommen und in Hameln Wohnung gefunden haben.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hameln ruft engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf, dabei mitzuwirken!

  • Wer wir sind

In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hameln (ACKH) arbeiten Kirchen und christliche Gemeinschaften unserer Stadt zusammen. Aus ihnen hat sich ein Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebildet, der die Grundsätze unserer Arbeit beschließt und ihre Projekte trägt.

Um jedes Projekt gruppieren sich weitere Kreise von Ehrenamtlichen, die es im Einzelnen planen und durchführen.

  • Zum engeren Kreis gehören

Ursula Bomnüter, Christa Bruns, Silvia Büthe, Angelika Ehrlich, Christa Erdmann-Ahlers, Christa Fauth, Jürgen Habenicht, Franz-Georg Hartmann, Annemarie Irouschek, Cordula Kalmbach, Ursula und Heinrich Kasting, Stefan Keil, Hartmut und Christa Krummheuer, Gerold Lange-Kabitz, Reinhold Marx, Dieter Möhring, Wolfgang Nowotny, Hans-Georg Spangenberger, John Wismeier, Reiner Wollnik, Udo Wolten.

  • Unsere besonderen Stützpunkte in der Stadt sind für

Hameln Nord: die Martin-Luther-Gemeinde

Hameln Mitte: die St. Augustinus-Gemeinde
die Reformierte Gemeinde

Außerdem kooperieren wir mit anderen Diensten:

Integrationsberatung des AKAK, Freiraum, Impuls, Repair-Café, Netzwerk-Nordstadt, Nordstadt-Treff Heinestraße, Elisabeth-Selbert-Schule, Evangelische Jugend, Caritas

  • Was die Flüchtlinge brauchen

Menschen, die sie willkommen heißen und vermitteln, dass die Zeit ständiger Gefahr und Bedrohung für sie vorbei ist
Hilfe, sich in neuer Umgebung zurecht zu finden
soziale Kontakte, die in eine neue Gemeinschaft helfen
die Möglichkeit, sich die elementarsten Wünsche zu erfüllen
die Gewissheit, dass Leben mehr ist als Überleben

  • Was die Stadt Hameln tut

Flüchtlinge werden der Stadt Hameln über den Landkreis Hameln-Pyrmont vom Land Niedersachsen zugewiesen, das seinerseits einen festen Prozentsatz aller nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aufnehmen muss.
Am Tag ihrer Ankunft in Hameln werden sie zunächst angemeldet, zur Orientierung beraten und dann zu ihren bereits eingerichteten Wohnungen gefahren.
Die Einrichtungsgegenstände für die Wohnungen werden über den "zweiten Markt", über Spenden und auch durch Neukauf beschafft.
Die soziale Betreuung in den ersten Monaten umfasst die Anmeldung in Schule und Kita, die Vermittlung von Arztterminen und die Kontaktaufnahme zu anderen Behörden.

Die Kosten der Unterkunft, die Hilfe zum Lebensunterhalt sowie die Krankenversorgung werden nach dem Asylbewerbungsgesetz gewährt.

  • Unsere christlichen Wurzeln

Die gemeinsame Erklärung der evangelischen und katholischen  Kirchen zum Thema „Flüchtlinge in Niedersachsen“ beginnt mit dem Bibelwort: „Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde gewesen in Ägypten“ (3.Buch Mose/Levitikus 19,34). Es ist erstaunlich, wie sehr  im Alten und im  Neuen Testament die Sorge Gottes gerade auch den Fremden gilt und  wie oft  Flucht- und Migrationsgeschichten im Mittelpunkt stehen -  beginnend mit Abraham, Jakob, Josef und seinen Brüdern bis hin zur Flucht der Eltern Jesu mit ihrem gerade geborenen Sohn nach Ägypten. Jesu besondere Sorge  für die Fremden  ist ihm also zusagen „in die Wiege gelegt worden“. Schon als Neugeborener erlebt er mit seinen Eltern das, was heute millionenfach Menschen in der Welt erleiden müssen. Und die späten Gäste an seiner Krippe, die „Weisen aus dem Morgenland“, stammten  wohl aus dem Irak, einem der heutigen Krisengebiete.

So nimmt es nicht wunder, dass Jesus in seiner Offenbarungsrede vom Endgericht neben den Hungrigen und Durstigen ausdrücklich auch die Fremden erwähnt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,40). Zusammen mit denen, die auf Barmherzigkeit angewiesen sind, legt er sie seiner Gemeinde besonders ans Herz. Die Liebe zum Nächsten ist gleichsam Liebe zu Gott.

Der Apostel Paulus fasst  später die Universalität der Liebe Gottes so zusammen: „Hier ist nicht Jude noch Grieche … ihr seid allesamt einer in Christus“ (Galater 3,28).  Und der Hebräerbrief mahnt: „Gastfrei zu sein, vergesst nicht“ (Hebräer 13,2).

Hameln hat selbst durchaus Erfahrungen mit der Aufnahme von Fremden in seinen Mauern gemacht. Im 16.Jahrhundert war jeder fünfte (!) Hamelner  ein Hugenotte, also ein Franzose.

Damals schrieb  Lieselotte von der Pfalz an ihre Tante Sophie in Hannover: „Durch die Refugierten  (Flüchtlinge) hat Hameln die Kinder zurückbekommen, die der Ratzenfänger entführet hat.“

Diese Gastfreundschaft hat man zu Zeiten leider schmerzlich vermissen müssen.  Wenn heute schon wieder Menschen in unserem Land meinen, Nation und Rasse voranstellen zu müssen, ruft das unseren eindeutigen Widerspruch hervor. Wir berufen uns weiterhin auf das Gebot der Nächstenliebe und Jesu Forderung der Barmherzigkeit und sehen nicht, dass Fremde und Flüchtlinge ausgeschlossen werden dürften. Auch wenn sie einer anderen Religion oder Konfession angehören, möchten wir ihnen freundlich begegnen. Ihnen beizustehen und zu helfen, sehen wir als unseren Auftrag an.

Wir wissen uns einig mit allen Menschen guten Willens.

Bürozeiten

  • Montag und Mittwoch
    15.00–17.00 Uhr
  • Freitag
    10.00–12.00 Uhr

Heike Büttner
c/o Eugen-Reintjes-Haus (FiZ), Osterstraße 46 (2. Stock)
31785 Hameln
Tel.: 05151 8099485

Was wir tun

Die ACKH-Flüchtlingshilfe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten zu helfen, sie in unserer Stadt freundlich aufzunehmen und mit einigen Grundregeln unseres Zusammenlebens vertraut zu machen. Dem dienen verschiedene Projekte, die wir ehrenamtlich durchführen.

Treffpunkt International

Jeden Montag von 15.30 - 17.30 findet ein Treffen im Gemeindezentrum der Reformierten Gemeinde, Hugenottenstraße 3a, statt. Bei Kaffee, Tee oder auch kalten Getränken kann man anderen begegnen, neue Menschen kennen lernen, gezielte Sprachübungen machen, singen oder Billard spielen.

Begleitung

Ein besonderer Akzent unserer Bemühungen liegt auf der Begleitung einzelner Flüchtlinge oder ihrer Familien. In persönlicher Zuwendung versuchen wir, ihnen beim Einleben in unserer Stadt zu helfen, begleiten sie, wenn nötig, zum Arzt oder zu Ämtern und vermitteln Kontakte zu unseren Angeboten, zu Kirchengemeinden und Sportvereinen.

ACKH on Tour - gemeinsam die Region entdecken

Zurzeit formiert sich ein Projekt für Flüchtlinge und Einheimische, das bisherige Aktivitäten bündelt und zur besseren Integration in unser Leben besondere Unternehmungen anbieten möchte: Tagesfahrten(beispielsweise zum Zoo in Hannover), Grillabende, Teilnahme an Familienfreizeiten und Vermittlung in Ferienmaßnahmen.

Arbeitskreise Nord - Mitte

In Hameln Nord und  Mitte gibt es besondere Zentren unserer Tätigkeit. Gerade für Begleitungen empfiehlt sich eine stadtteilbezogene Organisation. Daneben verfolgen diese Arbeitskreise besondere Ziele: Feste und Feiern oder die Unterstützung unseres Internationalen Treffs.

Vermittlung in Kirchengemeinden und Sportvereine

In unserem Büro gibt es zahlreiche Informationen zum Einstieg in Hamelner Sportvereine und über Möglichkeiten und Aktionen der städtischen Kirchengemeinden.

Individuelle Beihilfe in besonderen Notlagen

Flüchtlinge erhalten von den Kommunen über das Asylbewerberleistungsgesetz die finanzielle Hilfe zum Leben. Immer wieder aber entstehen auch besondere Notlagen, in denen diese Hilfe nicht greifen kann. Da versuchen wir zu helfen, soweit unsere Möglichkeiten es erlauben.